Aufrufe
vor 8 Monaten

GP 06/19

  • Text
  • Perspektiven
  • Gesteins
  • Unternehmen
  • Einsatz
  • Muldenkipper
  • Praxis
  • Fahrer
  • Branche
  • Rohstoffe
  • Deutschland

54 FÖRDERTECHNIK

54 FÖRDERTECHNIK UNENTBEHRLICHER LÜCKENSCHLUSS Robust und im Bedarfsfall beweglich SCHWERE AUSFÜHRUNG: Eckard Henke hat sich für die schwere Rohrkonstruktion der schweren Baugruppe von Bertram entschieden. BEWEGLICH: Um die erforderliche Flexibilität zu erfüllen, wurde die Zulaufseite der frei tragenden Konstruktion auf einem massiven Betonfundament abgesetzt. Nicht immer sind es die großen Strecken, die Betreiber von Kieswerken vor gewisse Probleme stellen. Oft gilt es einfach auch nur, ein paar Meter flexibel zu überbrücken. Ein klassisches Beispiel findet sich im Kieswerk der Ernst Müller GmbH & Co. KG. Im Werk Bodenwerder gewinnt das Unternehmen Weserkiese im Nassgewinnungsverfahren über eine schwimmende Greiferanlage. Über schwimmende Einzelsegmente wird der gewonnene Rohkies zunächst an Land befördert, um auf eine durchgehende Bandstraße übergeben zu werden. „Genau hier bestand Bedarf für ein leistungsstarkes Zwischenstück, das bei Bedarf auch flexibel hin und her bewegt werden kann“, erläutert Geschäftsführer Eckhard Henke. Die Wahl fiel dabei auf eine schwere Förderband-Baugruppe (Typ BGS) in Schwimmband-Ausführung mit abgeflachten Längsrohren bei Umlenk- und Antriebsteil von der Firmengruppe Bertram, Spezialist für Förderanlagen, Arbeitsbühnen und Service, aus Hannover. Aus mehreren Gründen entschied sich Eckhard Henke für diese Baugruppe. Die schwere Rohrrahmen-Konstruktion ist mit ihrer frei tragenden Stützweite von bis zu 20 m speziell für solche Einsätze bei schweren Schüttgütern in der Steine- und Erdenindustrie konstruiert. „Wir haben uns das System individuell so anpassen lassen, dass wir in der Lage sind, speziell dieses Zwischenstück zu bewegen, wenn etwa die Gewinnung und damit die schwimmenden Bandsegmente wandern“, erklärt Henke. Dafür wurde das vordere Ende auf einen Betonsockel gesetzt und so verbunden, dass der Sockel mit einem schweren Gerät verschoben werden kann. Über einen eigenen Stirnradkegelmotorantrieb bewegt, fördert das frei tragende 20-m-Bandsegment den Rohkies. Bis zu 1500 t/d laufen so über das flexible Überbrückungssegment. Gegen vorzeitigen Verschleiß schützt bei der Bertram-BGS-Baugruppe eine keramikbelegte Antriebstrommel. WICHTIGE POSITION: Die schwere Baugruppe bewerkstelligt die Übergabe von der Wasser- auf die Landseite der Förderstraße. Fotos: Wistinghausen „Wir arbeiten derzeit an der Serienreife der Schwimmband-Baugruppen (Typ SB), die wir erfolgreich auf der diesjährigen bauma in München mit viel Interesse unserer Kunden und Interessenten präsentiert haben“, erklärt Maximilian Metzner, Geschäftsführer der Bertram Förderanlagen und Arbeitsbühnen GmbH, und fügt hinzu: „Das ist natürlich nur ein Bereich aus unseren vollständigen Möglichkeiten im Fördertechnikbau.“ Der niedersächsische Mittelständler verfügt über eine mehr als 85-jährige Erfahrung als inhabergeführtes Familienunternehmen. Eckard Henke als Anwender ist von der Qualität überzeugt – er hat den Einsatz des BGS-Systems von Bertram für 20 Jahre kalkuliert. (bwi) www.bertram-hannover.de www.kieswerk-mueller.de Flexibler Firmenverbund Der Firmenverbund Bertram besteht seit 1931 aus eigentümer- und familiengeführten Fachbetrieben der Höhenzugangs- und Fördertechnik und wird derzeit in dritter Generation von der Familie geführt. Neben marktgerechten Produkten ist es besonders die unternehmerische Flexibilität, welche Familienunternehmen dieses Zuschnitts auszeichnet, zumal geänderte Rahmenbedingungen gelegentliche Umstrukturierungen erfordern. In diesem Kontext hat aktuell die Bertram Förderanlagen und Arbeitsbühnen GmbH, seit 25 Jahren Teil des Firmenverbunds, zum August 2019 die Geschäfte der Gustav Bertram GmbH übernommen. Die Geschäftsführung des Spezialisten für Förderanlagen, Arbeitsbühnen und Service obliegt Maximilian Metzner und Erdmute Bertram. Alle in der Anwendungspraxis bekannten Mitarbeiter sind weiterhin unter den bekannten Kontaktdaten erreichbar. GESTEINS PERSPEKTIVEN 6/2019

FÖRDERTECHNIK 55 GUT EINGEROLLT Kurvengängiges Rollgurt-Fördersystem Im Rohstofftransport mit Stetigförderern gilt es oftmals, große Neigungen und enge Kurven bei geringem Platzbedarf und hohen Massenströmen zu bewältigen. Während der Steigungswinkel bei Muldengurtförderern in der Regel bis zu 20° beträgt und Kurvenradien sehr groß bleiben, ermöglicht ein Pipe-Conveyor Kurvenradien und Neigungswinkel bis zu 30°. Das entsprechende Rollgurt-Fördersystem von Continental bewältigt beispielsweise auf einer Strecke von 8,1 km in China von einer Steinkohlegewinnung bis zur Umladestation Höhendifferenzen von bis zu 172 m und durchläuft dabei eine komplexe Route mit über 39 konvexen und konkaven sowie 20 horizontalen Kurven. Dabei passt sich die Förderanlage auch noch platzsparend an die Landschaft an und kommt ohne Übergabestellen aus, was sich positiv auf die Installationskosten auswirkt. Im erwähnten Fall transportiert die Rollgurtanlage den Rohstoff mit einer Geschwindigkeit von 14,4 km/h und erweist sich dabei als sehr energieeffizient, denn Continental hat durch den Einsatz einer speziellen Gummimischung den Rollwiderstand des Fördergurtes so minimieren können, dass sich der Energieverbrauch um 25 % reduzieren lässt. Dieser entsteht vor allem beim Lauf des Gurtes über die Tragrollen und macht mit zwei Dritteln den größten Anteil am gesamten Bewegungswiderstand einer Förderanlage aus. Messungen des Instituts für Transport und Automatisierungstechnik der Leibniz-Uni Hannover haben Ergebnisse bestätigt, wonach ein derart energieoptimiertes Fördersystem mit einer Länge von 5 km über 3000 kW Energie einsparen kann. Rollfördergurtsysteme wie das beispielhaft benannte sind darüber hinaus Unikate, denn jeder Rollgurt wird nach den örtlichen Gegebenheiten nach Maß mit hochwertigen Gewebe- oder Stahlseilzugträgern entwickelt. Eine besondere Herausforderung ist die passgenaue Quersteifigkeit, die eine gute Rohrform gewährleistet, damit der Gurt nicht zusammenbricht. Bei zu hoher Steifigkeit wiederum ist der Bewegungswiderstand zu hoch und der Energieverbrauch steigt. Hier ist das spezielle Expertenwissen der entsprechenden Ingenieure gefragt. Jedes Fördergut erfordert eine jeweils eigene Fördertechnik. Hinzu kommen unterschiedliche Klimazonen und Topografien, die bestimmte Anforderungen an die Fördersysteme stellen, damit diese in Recycling- und Gesteinsbetrieben, in der Holzverarbeitung sowie in Kraft-, Berg-, Zement- oder Stahlwerken etc. unter allen Bedingungen perfekte Arbeit leisten. www.contitech.de SAUBERER MATERIALTRANSPORT: Im Bereich der Materialaufgabe ist das Rollfördergurtsystem gemuldet und lässt sich wie ein konventioneller Fördergurt befüllen. Grafik: Continental SPEZIELL angeordnete Fingerrollen sorgen nach der Materialaufgabe dafür, dass sich der Fördergurt zu einem geschlossenen kreisförmigen Gurt formt. HEXAGONALE TRAGROLLENSTATIONEN entlang der Förderstrecke gewährleisten eine geschlossene Führung des Gurtes. Fotos: Continental / YanKan Coal SILOAUSGEBER Effektive Aktivierung von Schüttgut GRIZZLY FEEDER Fördern und Vorabsieben in einer Anlage www.skako.com