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GP 05/18

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70 SKW & DUMPER SCHNELLE

70 SKW & DUMPER SCHNELLE TRUPPE: Mehrere eigene Sattelschlepper stehen mit Dauergenehmigung bereit, um schwere Maschinen zum Auftraggeber umzusetzen. wir dann den 70-Tonner auf die Räder gestellt“, erklärt Clemens Hecker die Entstehung des außergewöhnlichen RESERVE: Zur Lagerlogistik gehört unter anderem auch ein Vorrat an gebrauchten EM-Reifen für den schnellen Ersatz der Einsatzpneus. Fahrzeugs. Heute ist die Heinrich Hecker KG an etwa 25 Standorten der Zement- und Natursteinindustrie im ge- samten Bundesgebiet aktiv. Erst im Jahr 2009 wurde aufgrund der fortwährenden Expansion des Unternehmens ein neuer Firmensitz in Anröchte bezogen. Auf 30.000 m² Fläche bieten hier zwei Hallen und ein Bürogebäude Platz für die weitere Firmenentwicklung. Hecker beschäftigt insgesamt rund 150 Mitarbeiter, bildet Mechaniker für Landund Baumaschinen, Berufskraftfahrer sowie Mitarbeiter in kaufmännischen Berufen aus und beschäftigt allein in der eigenen Werkstatt 15 Spezialisten, die für die Instandhaltung der umfangreichen Firmenflotte sorgen. (bwi) www.heckertransporte.de INTERVIEW Fünf Fragen – fünf Antworten CLEMENS HECKER führt das Dienstleistungsunternehmen in dritter Generation und stand uns für ein Spezialisten-Interview zur Verfügung. Foto: bwi GP: Wie haben sich potenzielle Auftraggeber die Dienstleistung am Beispiel der Skw-Transporte vorzustellen? Clemens Hecker: In Absprache mit dem Kunden erarbeiten wir ein Angebot auf der Basis von Transportmengen in Kubikmetern oder Tonnagen, auf Wunsch aber auch pro Stunde. Weil das Angebot die Nebenkosten enthält, weiß der Auftraggeber quasi im Januar bereits, was er im Dezember auf der Rechnung hat. Somit kann er die langfristige Kalkulation immer im Blick behalten. Dazu gehören natürlich auch Jahresgespräche, damit die Planung des Auftraggebers immer wieder aktualisiert auf unsere Dienstleistung Einfluss nehmen kann. Welche Größenordnungen an Transportkapazitäten bieten Sie an? Unserer Firmenphilosophie entsprechend bekommt eine Anfrage stets auch ein darauf ausgearbeitetes Angebot. Bei geringeren Volumen arbeiten wir auch in Kampagnen und transportieren dann beispielsweise auf Halde. Unsere Dienstleistung berücksichtigt zudem ohnehin natürlich auch eventuelle Stillstandszeiten, etwa in den Phasen der Winterreparaturen. Hat sich die Transportdienstleistung im Steinbruch in den letzten Jahrzehnten verändert? Ja, auch in dieser Branche ist die Welt viel schnelllebiger geworden. Hatte man früher deutlich mehr Vorlauf, erwartet der Kunde heutzutage die Leistung unmittelbarer. Zudem sind die Inhalte komplexer. Wir bringen heute unsere umfangreiche Erfahrung ein, um Auftraggeber aktiv zu beraten. Dafür schauen wir uns im Vorfeld stets vor Ort die konkrete Situation an und erarbeiten auf dieser Grundlage mit dem Interessenten ein Konzept, das im Idealfall die Arbeits- und Transportprozesse optimiert. Wo sind die besonderen Herausforderungen im täglichen Geschäft? Schon allein wegen der gestiegenen Leistungsdichte haben wir einen sehr hohen Aufwand. Wir stehen dem Auf­ traggeber gegenüber in der Verantwortung, seine Produktion sicherzustellen. Dafür müssen wir mehr Maschinen vorhalten, als wir jeden Tag brauchen. Dasselbe gilt natürlich auch für das Personal. Bei Bedarf gleichen wir Ausfälle aus, indem wir ohnehin zusätzliche Schlüsselgeräte bei jeweiligen Kunden auf Reserve bereitstellen. Zudem haben wir Spezialtieflader für den Straßentransport inklusive einer Dauergenehmigung, um schnell Maschinen umsetzen zu können. Am Heimatstandort in Anröchte unterhalten wir eine eigene Werkstatt, die zweischichtig arbeitet, um Wartungen und Reparaturen zügig durchführen zu können. Wie sehen Sie die weitere Entwicklung Ihrer Tätigkeit? Unsere Dienstleistung ist in der Branche angekommen, wie auch das stetige Wachstum der vergangenen Jahre gezeigt hat. Nach 70 Jahren ist unser Geschäftsmodell, das wir prinzipiell immer beibehalten haben, so modern wie nie zuvor. Seit 2009 haben wir unseren Tätigkeitsumfang fast verdoppelt – natürlich inklusive der anderen Felder wie Gewinnung durch Bagger und Radlader, Rekultivierungstransporte sowie mobile Aufbereitung. Und das, obwohl wir noch nie aktiv Werbung machen mussten. (Das Interview führte GP-Redakteur Bodo Wistinghausen) GESTEINS PERSPEKTIVEN 5/2018

SKW & DUMPER 71 Intelligent vernetzte Transportkapazitäten DREI NEUE MULDENKIPPER Cat 775G müssen bis Jahresende im Steinbruch Wiesenhofen ungefähr 800.000 t an Deckgebirge verfrachten. Im Steinbruch Wiesenhofen der Firmengruppe Max Bögl ging kürzlich ein neues Muldenkipper-Trio von Cat an den Start, um den Umlauf des hier gewonnenen Kalksteins von der Ladestelle bis zum Abkippen sicherzustellen. Die Sparte Roh- und Baustoffe der Firmengruppe Max Bögl stellte die drei neuen von Zeppelin gelieferten Cat-Skw 775G am Standort im oberbayerischen Beilngries in den Dienst. Zu ihren vorrangigen Aufgaben gehört es, als Schlüsselgeräte die bis Ende 2018 geplante Beräumung von etwa 800.000 t Deckgebirge im Einschichtbetrieb sicherzustellen. Darüber hinaus transportieren sie das nicht für die weitere Aufbereitung geeignete Vorsiebmaterial zur Abraumhalde. Die Beladung der 124 t schweren Muldenkipper mit Haufwerk aus den zum Teil stark verkarsteten Bereichen der Lagerstätte übernimmt auf den oberen Arbeitsebenen des Steinbruchs ein Cat-Radlader 988K. Nur vier Ladespiele sind nötig, um die knapp 42 m³ Muldenvolumen der Cat 775G auszuschöpfen, was 65 t Nutzlast entspricht. Dass die neuen Skw für das Einsatzszenario die richtige Wahl sind, wurde im Vorfeld durch eine umfangreiche Einsatzanalyse ermittelt, bei der Transportmenge, Haufwerk sowie die geologischen Bedingungen des Vorkommens eine wichtige Rolle spielten. Für eine genaue Steuerung des Beladevorgangs und eine effiziente Ausschöpfung der Nutzlast wird das bordeigene Wiegesystem VIMS eingesetzt. Die Abkürzung steht für Vital Information Management System und beinhaltet die Hard- und Software hinter den Maschinen- und Nutzlastinformationen, die über die Anzeige im Muldenkipper 775G bereitgestellt werden. In Verbindung mit dem Produktions-Management-System wird so bei jedem Lade- und Transportzyklus die optimal mögliche Ausladung sichergestellt. Um Features wie diese in den neuen Skw auch umfänglich zu nutzen, erhielten die 13 Fahrer der insgesamt 21 am Standort beschäftigten Mitarbeiter eine umfängliche Schulung durch die Fachleute von Zeppelin. Dabei lernten die Maschinisten, dass ihnen Kontrollleuchten anzeigen, wann der letzte Beladevorgang erreicht ist und der Muldenkipper voll beladen wieder Fahrt aufnehmen kann. In der Regel legt ein Fahrzeug rund 1,1 km Wegstrecke und dabei Steigungen von bis zu 8 % im Durchschnitt zurück, bis es seine Fracht abkippen kann. Über das Produktions-Management-System der Skw lassen sich bis zu 2400 Nutzlastzyklen speichern. Die Betriebsleitung des Steinbruchs Wiesenhofen erhält so Protokolle mit Datum und Uhrzeit über Gewichte, Transportzykluszeiten und Strecken. Mit Hilfe des Systems werden Kennwerte wie Nutzlastwert, Umgebungslufttemperatur, Maschinengeschwindigkeit und Tonnenkilometer pro Stunde ermittelt und ausgewertet. Weiterhin stehen Informationen für die Ermittlung des Reifenzustands zur Verfügung. Kontinuierlich abgerufen werden auch andere Parameter. Dazu zählen GPS- Daten, Spritverbrauch, zurückgelegte Kilometer, Last- sowie Leerlaufzeiten, Motordrehzahl und insbesondere die Temperatur des Cat-Acert-Diesel-Motors C27 mit einer Bruttoleistung von 615 kW. Die Betriebsdatenerfassung und Hinweise zum Tankstatus sowie das Auslesen der Motorwerte per CAN-Bus werden über das unternehmenseigene und innerhalb der Firmengruppe Max Bögl selbst entwickelte Telematiksystem, das auch dem Flottenmanagement dient, realisiert. „Wir setzen zukünftig auf eine intelligente, digitale Vernetzung und direkte Kommunikation zwischen Mensch, Maschine, Anlage, Logistik und Produkt“, erklärt Katharina Himsel, Leiterin des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung der Abteilung Roh- und Baustoffe bei der Firmengruppe. Die schweren Baumaschinen haben bereits das digitale Zeitalter erreicht: Unzählige Sensoren an den Skw registrieren jede noch so kleine Abweichung. Konkret geht es darum, die über eine SAP-Instandhaltungssoftware erfassten und ausgewerteten Daten der Leistungsgeräte zu nutzen. Sie dienen den Mitarbeitern von Max Bögl neben der Dokumentation der Betriebszustände als Entscheidungshilfe, um den perfekten Wartungszeitpunkt festzulegen. Predictive Maintenance, die vo rausschauende Wartung, ist eine intelligente Kombination aus moderner Sensorik und Echtzeit-Datenanalyse, die aus den Daten mittels Algorithmen und Big-Data- Analysen voraussagt, wann welcher Schadensfall eintritt. Das soll drohenden Ausfällen der Muldenkipper vorbeugen und den Zeitpunkt für den Austausch von Ersatzteilen bestimmen. Damit lassen sich ungeplante Stillstände abwenden, denn der Nachschub an definiert aufbereiteten Kalksteinkörnungen darf nicht abreißen. Gerade jetzt, wo die Marktnachfrage neue Höhen erklimmt, gilt es, Unterbrechungen der Betriebsabläufe schon vorsorgend abzuwenden. www.zeppelin-cat.de 5/2018 GESTEINS PERSPEKTIVEN