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GesteinsPerspektiven 05/20

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42 MEHRWERT MIT BETON

42 MEHRWERT MIT BETON Transportbeton in Klein(st)mengen zapfen Die als Betontankstellen bezeichneten kleinen Mischanlagen für Selbstabholer erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Nicht zufällig verzeichnet deshalb das Unternehmen Beton2Go eine erfreulich hohe Nachfrage für Anlagen dieser Art. Besonders bei Baustoffhändlern gewinnt das Zusatzangebot an selbst gezapften Frischbeton an Attraktivität, was wiederum Garten- und Landschaftsbauer, Handwerker und Privatabnehmer freut. Auch Recyclingunternehmen (Recyclingbeton) sowie Kiesgruben- und Steinbruchbetreiber unterstützen mit diesem Zusatzangebot sinnvoll ihr Geschäft. Allein im vergangenen Jahr lieferte der Westerwälder Hersteller 60 Betontankstellen – und damit deutlich mehr als erwartet – an Betreiber in Deutschland und Europa aus. Aber es geht auch noch mehr: Bis Mitte Juni 2020 wurden 35 Anlagen ausgeliefert, 30 weitere waren bestellt und in der Fertigung. Das macht addiert zur Jahresmitte bereits 65. Insgesamt konnte das inhabergeführte Unternehmen schon 240 Anlagen bei Betreibern platzieren. Diese hohe Nachfrage markiert einen Wandel. Denn obwohl erste Betontankstellen bereits in den 1990er-Jahren aufkamen und von Beginn an überzeugende Vorteile mitbrachten, hatten sie anfangs keinen leichten Stand. Zwar waren die Gründe, kleinen Fachbetrieben aus Galabau, Betonelementeherstellung sowie Privatpersonen den Bittgang zum großen Betonmischwerk zu ersparen, schon damals überzeugend, doch die Zeit offenbar noch nicht reif. Betreibern großer Mischanlagen kann man nicht verübeln, dass eine Rezepturumstellung wegen Transportbeton- Kleinstmengen – falls überhaupt – nur zähneknirschend und gegen Aufpreis vorgenommen wird. Genauso wenig schätzen die Bedarfsträger aber den klassischen „Trudelbecher“-Einsatz. Es bleibt also nur eine Lösung dazwischen, und die Betontankstelle liefert sie auf elegante Weise. GP befragte Lukas Massfeller, Geschäftsführer von Beton2Go, zu relevanten Trends und zu den Besonderheiten der Massfeller-Anlagen, die sich mit dem Label „Made in Germany“ verstärkt aufmachen, auch das europäische Ausland zu erobern. LUKAS MASSFELLER kann als Geschäftsführer der Beton2Go GmbH auf zahlreiche positive Betreibererfahrungen mit Betontankstellen verweisen. Beton: Es ko GP: Herr Massfeller, was verbindet Sie mit dem Thema Beton im Allgemeinen und im Speziellen? Lukas Massfeller: Als Traditionsbetrieb in bereits dritter Generation startete unser Unternehmen zunächst mit Transporten von Holz und Quarzit. 1970 kamen Betontransporte hinzu, bevor 2001 das erste eigene Betonmischwerk bei Massfeller in Betrieb ging, womit der Grundstein verschiedener Firmenausrichtungen in der Betonherstellung gelegt wurde. Unser hoher Qualitätsanspruch in der Betonherstellung und beim Service hat ebenso unseren Innovationsund Expansionskurs geprägt. Heute sorgen über 80 Mitarbeiter auf unserem großen Betriebsgelände für Qualitätsprodukte rund um Beton und sind begeistert dabei, wenn wir die Entwicklung bei Baustoffen und Anlagentechnik weiter vorantreiben. Wie sind Sie zum Thema Betontankstelle vorgestoßen? Eigentlich durch das typische Muster, dass ein Kunde schon vor über zehn Jahren anfragte, ob wir ihm nicht „so etwas“ bauen können. Hin und wieder kamen danach ähnliche Aufträge und wir begannen selbst Betontankstellen an verschiedenen Standorten zu betreiben, ohne dass wir jedoch aktiv auf diese Art des hauseigenen Anlagenbaus aufmerksam gemacht haben. Das kam erst später, so ungefähr vor vier Jahren. Unmittelbar darauf setzte ein deutlicher Nachfrageschub ein. Der Grundstein für die Beton2Go GmbH war gelegt und wir konnten das Unternehmen auf einem inzwischen soliden Erfahrungshintergrund aufbauen. Wen sehen Sie bei der Nachfrage in vorderster Reihe? Recyclingunternehmen, die ihre sauber aufbereiteten Sekundärkörnungen zum Baustoff weiterveredeln wollen und – EINSATZ: Am Standort wird lediglich Elektroenergie benötigt. Wasser kann durch einen Festanschluss oder einen mitgelieferten Vorratstank zugeführt werden. Je nach gewählter Mischerkapazität lassen sich zwischen 15 bis 30 m³/h Frischbeton herstellen. GESTEINS Perspektiven 5 | 2020

MEHRWERT MIT BETON 43 mmt drauf an, für wen man’s macht ganz stark – Baustoffhändler! Zu ihrem Grundsortiment an Pflaster- und Randsteinen, Palisaden, Fertigstufen u. v. m. fehlt oft nur noch der entsprechende Beton. Sie werden von GaLaBau-Unternehmen, Tiefbaubetrieben und auch Privatkunden angesteuert und vereinfachen mit dem um Frischbeton erweiterten Angebot die Arbeit ihrer Kunden. Jeder, der baut, schätzt schließlich Komplettsortimenter, bei denen er alles mit einer Anfahrt erhält. Baustoffhändler erzählen mir, dass ihr Frischbeton in Kleinmengen „wie der Teufel“ geht, der Umsatz zwischen 20 und 30 % gestiegen sei und der benachbarte Baustoffhändler ohne dieses Angebot bereits spürt, dass sich seine Kundschaft verringert. Immer häufiger stellen wir darüber hinaus auch fest, dass Kieswerks- und Steinbruchbetreiber aus ganz ähnlichen nachvollziehbaren Gründen ein wachsendes Interesse an unseren Anlagen zeigen. Also: das Konzept kommt immer breiter an. Würden Sie sagen, dass die momentane Situation eine besonders günstige ist, in eine Betontankstelle zu investieren? Meiner Meinung nach ist keine Zeit dafür falsch. Aber natürlich: Erstens läuft der Bau in allen Bereichen – auch in kleineren – noch vergleichsweise gut. Zweitens haben viele Menschen im Moment durch Kurzarbeit oder Homeoffice mehr Zeit als sonst. Gleichzeitig weiß niemand AUTARK: Das QR-Steuerungsterminal „Baustoff-Kiosk“ bietet über das Betonzapfen hinaus Zusatznutzen, denn über diese Zentrale werden bspw. beim Baustoffhändler gleich noch andere Baustoffe geordert und bezahlt. genau, was aus dem Ersparten in der Zukunft wird – also werden damit Werte geschaffen und etwas gebaut oder zum Bauen beauftragt. Das sind viele kleine Maßnahmen, die aber in der Summe massiv wirken. Die Effekte sind im Baustofffachhandel ganz deutlich und werden uns vielfach bestätigt. Wie aufwendig ist denn das Ganze für Interessenten von der Entscheidung bis zur Inbetriebnahme? Aus meiner Sicht ist es ziemlich einfach, an eine Betontankstelle zu kommen. Je nach Bedarf lässt sich die Anlage mit zwei oder vier Zuschlagstoffkammern konfigurieren und bestellen. Einmal angeliefert, ist sie in vier Stunden auf kleiner Fläche in sehr flexibler Konfiguration – bei zwei Kammern brauchen wir nur etwas über 70 m² – aufgebaut. Nach dem Anschluss ans Netz und der Wasserversorgung sowie der Befüllung von Zementsilo und Zuschlagkammern kann es NASS- & MODULARAUFBEREITUNG UMWELTTECHNIK MOBILE AUFBEREITUNGSTECHNIK ERLEBEN SIE IHR GRÜNES WUNDER! Mit dem TAZ 280 präsentiert Franzoi einen kettenmobilen Schredder, der maximale Flexibilität bietet und trotz seiner Kompaktheit erstaunliche Drehmomente realisiert. Ob Beton, Asphalt oder Abbruchholz: Der Franzoi TAZ 280 beißt sich durch! Jürgen Kölsch GmbH | Wildspitzstr. 2 | 87751 Heimertingen | www.koelsch.com 5 | 2020 GESTEINS Perspektiven

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