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GesteinsPerspektiven 04/21

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Die GP GesteinsPerspektiven ist offizielles Organ des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe e.V. (MIRO). Thematische Schwerpunkte sind Fachartikel, Berichte und Reportagen. Folgende Bereiche werden publizistisch abgedeckt: Wirtschaft, Politik und Recht mit Auswirkungen auf die Roh- und Baustoffindustrie, Prospektion, Lagerstättenerkundung, Lagerstättenbewertung, Betriebsplanung und Abbautechnik, Gewinnung und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe, Aufbereitung: Zerkleinerung, Klassierung, Sortierung, Materialreinigung, Veredelung: Transportbeton, Asphalt, Wiedernutzbarmachung durch Rekultivierung und/oder Renaturierung, Genehmigungsverfahren und Genehmigungspraxis, Forschung sowie Aus- und Weiterbildung.

VOLLER DURCHSATZ:

VOLLER DURCHSATZ: Materialführungen und Übergaben des Jawmax 450 sind exakt auf die hohe Brechleistung des neuen Backenbrechers STE 110-70 ausgelegt. PRALLBRECHER-UPDATE: Gegenüber dem Remax 400 mit Doppelrostrinne erhielt der Remax 450 ein Doppeldeck- Kreisschwinger-Vorsieb und wegen der veränderten Bauhöhe einen vollhydraulisch klappbaren Aufgabebunker. Haldenkapazitäten am Feinaustrag (Abwurfhöhe: 2,8 m/ca. 45 m³ und Brecherabzugsband 4 m/ca. 100 m³) ermöglichen dabei eine kontinuierliche Produktion auch im Ein-Mann-Betrieb. Beide Jawmax-Anlagen bleiben trotz großzügig bemessenem 7-m³-Bunker ohne erforderliche Demontagen innerhalb der kritischen Transportabmessungen, was beim 450er-Modell bedienerfreundlich durch hydraulisch klappbare Bunkerwände gelöst wurde. Sein „Clean- Sheet-Design“ und schlanke 14,71 m x 2,88 m x 3,6 m (L x B x H) garantieren optimierte Transportfähigkeit. Nach dem Abladen vom Tiefbett oder dem Abkoppeln des optionalen Drei-Achs-Dollys lassen sich Bunkerwände, Überband- Magnet sowie die hoch und weit ausladenden Austragsbänder schnell und werkzeuglos hydraulisch positionieren und machen die Anlage in etwas über 5 min voll einsatzbereit. Unterstützt wird der Bediener dabei durch die serienmäßige multifunktionale Fernbedienung und Rüstroutinen der intelligenten Anlagensteuerung SBM Crush Control, die auch den vollautomatischen Brechbetrieb entlang voreingestellter Parameter überwacht und steuert. Eine webbasierte App ermöglicht zudem die Fernabfrage wichtiger Betriebszustände und Produktionsdaten. In einem weiteren entscheidenden Punkt haben die erfahrenen SBM-Entwickler ihre besondere Kompetenz bewiesen: Das Herzstück, den neuen Ein- Schwingen-Backenbrecher STE 110-70 aus eigener Fertigung, integrierten sie gewichtssparend und vibrationshemmend mit dem Brechergehäuse direkt in die Rahmenstruktur. Durch diesen innovativen Ansatz wird der Brecher zum (mit)tragenden Element der Jawmax- 400er-Baureihe. Speziell für den Mobileinsatz konzipiert, besitzt der etwas über 14 t schwere Brecher eine Einlauföffnung von 1100 mm x 700 mm. Bei einer Nenngröße von 0/700 mm erlaubt er max. Aufgabegrößen von 1000 x 600 x 600 mm. Die Brechbacken aus hochlegiertem Manganguss sind um 180° drehbar. Dies trägt ebenso wie die zweiteilig ausgelegten Seitenkeile in HB400- Qualität zu niedrigen Verschleißkosten bei. Eine Umlenkplatte unter dem Brecherauslauf leitet das Brechgut in Laufrichtung auf das 1000-mm-Austragsband, was Schäden am hochwertig armierten Gurt zuverlässig vorbeugt. Ausgelegt auf 400 MPa Druckfestigkeit bietet der STE 110-70 einen großen Hub von 34 mm für hohe Durchsätze und eine Brechspalteinstellung von 40 bis 160 mm, die im Betrieb jederzeit unter Last vom Bediener nachjustiert werden kann. Die mechanisch-hydraulische Spaltverstellung durch das spezifische SBM-Keilsystem übernimmt auch die optional verfügbare Überlastsicherung: Dehnmessstreifen am Brechergehäuse erfassen kontinuierlich die Druckbelastung – gelangt „Unbrechbares“ zwischen die Backen, öffnet der Brechspalt bis zum Maximum von 280 mm, lässt den Fremdkörper passieren und stellt sich automatisch auf das Ursprungsmaß zurück. Löst sich die Blockade nicht, stoppt der Motor und ermöglicht dem Bediener die manuelle Störungsbehebung – unter anderem durch einfache Umkehr der Brecher-Laufrichtung auch unter Last. Angetrieben wird der STE 110-70 über Keilriemen durch einen 110-kW-Elektromotor mit hohem Anlaufmoment. Dieses bei SBM seit Jahrzehnten bewährte Antriebsprinzip „puffert“ zuverlässig Brecher-Lastspitzen und sorgt damit für gleichmäßige, verbrauchsgünstige Drehzahlen im Dieselbetrieb (1500 U/ min). Außerdem ermöglicht es die vierstufige Anpassung der Brecher-Drehzahl (290 bis 320 U/min) und optional den Rückwärtslauf des Backenbrechers. Wie alle SBM-Mobilbrecher besitzen beide Anlagen einen dieselelektrischen/ vollelektrischen Antrieb mit optionalem Netzanschluss. Die Antriebseinheit besteht aus einem Stufe-V-6,7-l-Cummins- Diesel (170 kW bei 1500 U/min) und einem 200-kVa-Aufbaugenerator, der alle elektrischen Nebenantriebe sowie die Arbeitshydraulik für Hubzylinder und Raupenantrieb versorgt. Mit diesem wohl ausgereiftesten, bei SBM geradezu traditionellen Hybrid- Konzept am Markt, gewährleistet die dieselelektrische/vollelektrische 40-t- Anlage im Normalbetrieb einen Dieselverbrauch von 15 bis 20 l/h – selbst bei extremer Spitzenlast bleibt er noch deutlich unter 30 l/h. Dabei senkt der optionale Netzanschluss die direkten Energiekosten weiter – je nach Tarif um bis zu 60 % gegenüber leistungsgleichen diesel-hydraulischen Mobilanlagen und noch um gut 30 % im Vergleich zum eigenen On-board-Diesel. Wohlgemerkt bei voller Funktionalität! Gezieltes Wachstum als Perspektive Die neuen Modelle markieren eine weitere wichtige Etappe in der auf mittelfristiges, aber nachhaltiges Wachstum ausgerichteten SBM-Marktstrategie, wie Geschäftsführer Erwin Schneller und Vertriebsleiter Helmut Haider betonen. Steuerte SBM MP im vergangenen Jahr GESTEINS Perspektiven 4 | 2021

AUFBEREITUNG 45 VOLLE KONTROLLE: Das Display der SBM Crush Control erleichtert intuitiv das produktive Arbeiten, die neue Funkfernbedienung mit zehn Funktionen erlaubt einen vollen externen Zugriff und Fernabfragemöglichkeiten gewährt die web-basierte App-Funktion. mit einer Umsatzsteigerung von rund 20 % zu 2019 bereits 88 Mio. Euro zum MFL-Gruppenumsatz von ca. 210 Mio. Euro bei, soll sich der Umsatzanteil in 2021 auf knapp 100 Mio. Euro abermals erhöhen. Jeweils die Hälfte davon erwirtschaftet das seit 2012 zur MFL-Gruppe zählende Unternehmen in den Sparten Aufbereitung und Betonmischtechnik, wo sich SBM mit marktgerechten Anlagenkonzepten mittlerweile fest in der internationalen Spitze etabliert hat. Eine ähnliche Entwicklung soll nun auch die Aufbereitungstechnik nehmen, wobei dem kontinuierlichen Ausbau des Angebots an raupenmobilen Lösungen eine Schlüsselrolle zukommt. Produzierte SBM 2020 mit 165 Mitarbeitern noch 70 raupenmobile und semi-stationäre (ca. 10 %) Brechanlagen, sollen es bereits in diesem Jahr rund 100 Einheiten werden. Dabei verrät ein Blick auf das Modellangebot, welche Lücken in den kommenden Jahren gefüllt werden könnten: Bei den Prall- und Backenbrechern sind dies die Leistungsklassen oberhalb 50 bis 60 t Einsatzgewicht. Hinsichtlich der jahrzehntelangen Erfahrung innerhalb der MFL-Gruppe im Bau von stationären Prozess-Systemen und des großen Innovationspotenzials der SBM-eigenen F&E- Abteilungen ist jedoch auch eine Ausweitung des raupenmobilen Angebots auf weitere Technologien der qualifizierten Nachzerkleinerung zu erwarten. Als konkretes Wachstumsziel nennt Vertriebsleiter Haider den Absatz von über 200 mobilen Anlagen pro Jahr bereits ab 2024. Doch vorerst gilt es das Erreichte zu ehren: „Mit den neuen Jawmax- und Remax-Modellen haben wir unser Angebot einmal mehr um innovative und absolut marktgerechte Produkte erweitert“, unterstreicht Helmut Haider und ergänzt, dass bereits erste konkrete Kundenanfragen vorliegen. Dabei ist nicht nur die Anlagengrößenordnung ein Zuganker, sondern auch das nach wie 4 | 2021 GESTEINS Perspektiven

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