Aufrufe
vor 11 Monaten

GesteinsPerspektiven 02/20

26 PRAXIS SEITE AN SEITE

26 PRAXIS SEITE AN SEITE leisten Zaxis und Bell beste Dienste im Steinbruch. Der mittlerweile altgediente Hitachi ZX870-3 ist schon seit vielen Jahren als Leistungsgerät im Einsatz. Zusammen mit den Offroad-Qualitäten des Bell B60E laufen die Gewinnungsarbeiten wie am Schnürchen. Fotos: Thorsten Block Gewinnendes Dreamteam Natürlich, umweltbewusst, nachhaltig. So lautet der Firmenslogan der Hauri Mineralstoffwerke. Seit vielen Jahren vertraut das Familienunternehmen auf die Zusammenarbeit mit Kiesel-Fachleuten, die in Sachen Beratung und Service stets ins Schwarze getroffen haben. Der mittlerweile altgediente Hitachi ZX870-3 leistet im Steinbruch im Breisgau seit Jahren beste Dienste. Mit seinem neuen Teampartner Bell B60E stellt er nun ein leistungsstarkes Gespann für die Gewinnung. Die Hans G. Hauri KG Mineralstoffwerke sind eine Institution am Kaiserstuhl. Seit 1964 betreibt das Familienunternehmen den Steinbruch in Bötzingen. Gefördert wird Phonolith, der als Zuschlagstoff für die Glas- und Baustoff- sowie die Futtermittelindustrie Verwendung findet, aber auch bei Fango-Massagen zur Anwendung kommt. Tatkräftige Unterstützung erhält das Hauri-Team dabei vom Hitachi ZX870-3. Zusammen mit dem Bell-B60E-Muldenkipper bildet der Raupenbagger ein starkes Doppel für die Gewinnung. „Wir sind wirklich sehr zufrieden mit der Kombination“, bestätigt Marcus Hauri. Als Produktionsleiter verantwortet der Enkel des Firmengründers den reibungslosen Ablauf vor Ort. Ausfallzeiten und häufige Wartungsarbeiten kann er in seinem Steinbruch nicht brauchen, weshalb er auf die Kompetenz und Serviceleistung von Systempartner Kiesel vertraut. „Wir haben es noch nie gebraucht, aber im Zweifel wären die in 15 min hier, das weiß ich.“ Bereits seit zwölf Jahren ist der Hitachi ZX870-3 in Bötzingen im Einsatz. Nach der Premiere auf der bauma 2007 nahm er als einer der Ersten seiner Baureihe in Deutschland den Dienst auf. Leistungsfähigkeit und Ausdauer, die Kennzeichen der Zaxis-Baureihe, hat er seitdem beeindruckend unter Beweis gestellt. „Bei über 9000 Bh hatte der Hitachi gerade einmal zwei kleine Schäden, die wir jeweils schnell beseitigen konnten.“ Die Wartungspunkte sind vom Boden aus zugänglich: Die Motorhauben können weit geöffnet werden, was einen einfachen Zugang zum Motorraum ermöglicht und routinemäßige Wartungen erleichtert. Im Alltag stellt die serienmäßige Füllstandsüberwachung von Motoröl und Kühlflüssigkeit einen reibungslosen Betriebsablauf sicher. Hauri ist stolz auf seinen Zaxis: „Das ist eine echte Wundermaschine.“ Als der vorhergehende Kipper im Steinbruch Altersschwächen zeigte, zögerte Kiesel-Kundenbetreuer Ralf Gimbel nicht lange und empfahl Hauri den neuen Bell. Mit Allradantrieb und Drehknickgelenk ergänzt diese hochkapazitive Produktionsmaschine seit Herbst 2018 ideal die Förderkette. Der B60E ist eine Ganzjahres-Maschine mit exzellenten Offroad-Qualitäten bei widriger Witterung oder im Abraum. Produktionsleiter Hauri: „Mit dem Bell kann ich auch auf den schmalen, steilen Straßen in unserem Steinbruch gut manövrieren – vorwärts, rückwärts, wie man’s braucht.“ Basierend auf der bewährten Großserien-Technologie, sorgen ein Reihensechszylinder sowie ein Sieben-Gang-Automatikgetriebe für eine souveräne Leistung bei gewohnt niedrigen Verbrauchswerten. Die gute Geländegängigkeit mit verbesserter Bremswirkung im Gefälle erlaubt ein ideales Zusammenspiel im Steinbruch: Wo der Hitachi auf seinen Ketten steht, kann auch der Bell zuverlässig an- und abfahren. Das Familienunternehmen Hauri setzt auf langfristige Werte. Nachhaltig gestaltet sich die Arbeit mit ausdauernden, wartungsarmen Maschinen, die über mehrere Tausend Betriebsstunden ihren Dienst erfüllen, wie sie bei Kiesel zu finden sind. www.kiesel.net GESTEINS Perspektiven 2 | 2020

PRAXIS 27 Ein weltweit einzigartiges Vorkommen Die Firmengruppe Hoffmann Mineral aus Neuburg an der Donau ist ein 1903 gegründetes Familienunternehmen, das heute von der vierten Familiengeneration geleitet wird, 158 Mitarbeiter beschäftigt und im Jahresdurchschnitt bis zu 55.000 t Kieselerde gewinnt. Die dafür genutzten Vorkommen sind in dieser Form einzigartig. Die Kieselerdegewinnung im Neuburger Raum ist ebenso anspruchsvoll wie deren Aufbereitung. Ein Vielfaches an Material ist zu bewegen, um überhaupt an den wertvollen Rohstoff zu kommen. Doch der Aufwand lohnt sich: Kieselerde verleiht Gummi oder Lacken als Füllstoff besondere Eigenschaften, wird aber auch als Polieroder Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Mit dem Schwesterunternehmen Sonax, einem Global Player, werden auf dieser Rohstoffbasis hochwertige Autopolitur, Autopflege, Felgen- und Scheibenreiniger hergestellt und in die ganze Welt exportiert. Die Erschließung und Gewinnung dieses heimischen Rohstoffs übernimmt seit Kurzem ein Cat-Kettenbagger 352F L. Um die Baumaschine zu ihrem Einsatzort zu bringen, mussten zuerst enge Waldwege passiert werden. Das Unternehmen setzte dazu einen ANREISE LEICHT GEMACHT: So sieht exemplarisch der Transport mit einem Sleipner aus, wie er bei Hoffmann Mineral durchgeführt wird. Foto: Sleipner/Screenshot Youtube seiner Dumper mit Sleipner-System ein. Das Laufwerk der Baumaschine wird dafür auf eine schräge Rampe gefahren, die auf einer kräftigen Radachse steht. Dann stützt sich der Bagger mit Ausleger und Löffel auf der Ladefläche eines Dumpers ab und hebt sein Laufwerk dadurch ganz vom Boden ab und lässt sich „auf Rollschuhen“ vom Dumper schnell und einfach zum gewünschten Einsatzort ziehen. „Caterpillar hatte früher einmal die Generalvertretung dafür“, erinnert sich Josef Gruber, Zeppelin- Gebietsverkaufsleiter im Ruhestand. Den neuen Bagger, einen 53 t schweren Cat 352F L, hat er mit Daniel Bauer, seinem Nachfolger im Baumaschinenvertrieb von der Niederlassung München, an Hoffmann Mineral übergeben. Der Sleipner ist am Standort immer wieder im Spiel, wenn das Ladegerät umgesetzt wird. Hoffmann Mineral betreibt derzeit die Abbaustätten Eichwald eins und zwei. Eichwald drei wird bereits rekultiviert. „Wir sind relativ variabel bei den Gewinnungsstellen“, führt Dr. Karlheinz Schmidt aus, verantwortlich für Produktion und Technik. Typisch für die aktiven Gruben ist, dass sie im Schnitt nur bis zu 3 ha groß und trichterförmig bis zu 60 m in die Tiefe angelegt sind. Außerdem treten die Vorkommen nicht flächig, sondern punktuell auf, denn Kieselerde lagerte sich vor 95 Mio. Jahren in der Kreidezeit im Raum Neuburg in Dolinen genannten Karsttrichtern ab. So entstanden Vorkommen, die Hoffmann Mineral heute nach jeweils gründlicher geologischer Erkundung nutzt. Den weißen bis gelblichen Rohstoff gewinnt und verlädt Baggerfahrer Michael Graf mit dem neuen Cat 352F L farblich selektiv mit dem 3-m³-Löffel. „Schon hier beginnt die Selektion der Kieselerde. Die Maschine muss darum sehr feinfühlig agieren“, erklärt Dr. Schmidt. Außerdem sollte sie eine möglichst geringe Bodenbelastung aufweisen, um nicht einzusacken – aus diesem Grund wurde ein langes Laufwerk mit breiten Bodenplatten gewählt. Knickgelenkte Muldenkipper befördern den Rohstoff dann auf eine rund 7 ha große Haldenfläche auf einem Feld bei Rennertshofen, wo er derzeit bis zur aufwendigen, mehrstufigen Weiterverarbeitung zwischengelagert wird. Die spätere Aufbereitung ist ebenso spannend wie die Gewinnung. Doch das ist wiederum eine ganz andere Geschichte, die zu gegebener Zeit erzählt wird. www.hoffmann-mineral.de www.zeppelin-cat.de HOCHWERTIG: Der Rohstoff mit Farbnuancen von Gelb bis Weiß wird bereits so weit wie möglich selektiv gewonnen. Foto: Cat/Zeppelin

Archiv Fachzeitschriften