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asphalt 06/19

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8 Aktuell RSA-95 nicht

8 Aktuell RSA-95 nicht eingehalten, Arbeitsstättenverordnung nicht eingehalten – Konsequenz: nicht akzeptable Arbeitsbedingungen in Verbindung mit erhöhten Gesundheits- und Unfallrisiken (Quelle: traffiConsult/Georg Beyer) unter den Maßen, die sich bei einer undifferenzierten Anwendung bereits existierender Maße auf die in der ASR A5.2 beschriebenen speziellen Situationen ergeben hätten. Somit bietet die Anwendung der Sicherheitsabstände aus der ASR A5.2 Planungs- und Rechtssicherheit bei gleichzeitig kleinstmöglichen noch vertretbaren Mindestmaßen für den hier standardmäßig beschriebenen Anwendungsfall. Was ändert sich durch die ASR A5.2 Die ausreichende Bemessung der freien unverstellten Fläche des Arbeitsplatzes, die Vermeidung der Gefährdung der Beschäftigten durch Einwirkungen von außerhalb, ausreichende Sicherheitsabstände und geeignete Schutzvorrichtungen sind die seit Jahren geltenden Forderungen der ArbStättV, welche im Einzelfall im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln sind. Die ASR A5.2 setzt keine neuen Maßstäbe/Sachverhalte, sondern konkretisiert diese Forderungen durch Maße und Grafiken. Damit unterstützt sie alle am Bau Beteiligten bei der Planung und Ausführung von Straßenbaumaßnahmen und gibt wichtige Orientierungshilfen bei der Entwicklung und Auswahl von Schutzmaßnahmen. Zusammenfassung In den letzten Jahrzehnten ist das Verkehrsaufkommen und insbesondere der Lkw-Anteil dramatisch gestiegen. Vor diesem Hintergrund werden Baumaßnahmen im Straßenverkehr immer komplexer. Es bedarf einer sorgfältigen und umfangreichen Planung um Straßenbaustellen sicher zu gestalten und durchzuführen. Als Veranlasser eines Bauvorhabens trägt der Bauherr eine wesentliche Verantwortung für die Planung und Durchführung des Bauvorhabens. Hier ist in der Planungsphase eine ganzheitliche Betrachtung (hinsichtlich z. B. Verkehrssicherheit, Arbeitsschutz, Lärmschutz, Umweltund Naturschutz, Interessen von Anliegern, Verkehrsteilnehmern und ausführenden Unternehmen) notwendig, um alle Aspekte aller Beteiligten umfassend zu berücksichtigen. Die Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA- 95) regeln ausschließlich auf der Basis der Straßenverkehrsordnung (StVO) die Maßnahmen zur Verkehrslenkung. Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten werden nicht erfasst. Diese sind in den Arbeitsschutzvorschriften, insbesondere im Arbeitsschutzgesetz, in der Arbeitsstättenverordnung, der Baustellenverordnung, den dazugehörenden staatlichen Regeln und den Unfallverhütungsvorschriften geregelt. Diese Arbeitsschutzvorschriften galten in der Vergangenheit und gelten auch in der Gegenwart. Daher wurden mit der ASR A5.2 keine neuen Regelungen geschaffen, sondern sie konkretisiert die seit Jahren geltenden Bestimmungen der Arbeitsstättenverordnung. Baustellen im Straßen-/Verkehrsbereich stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Hier treffen unterschiedliche Interessen und Rechtsvorschriften aufeinander. Begrenzte Straßenquerschnitte, Platzbedarfe für Bauverfahren und Verkehr und die zunehmende Verkehrsbelastung sorgen bei der Planung und Umsetzung von Straßenbaustellen für zusätzliche Problemstellungen. Hier stellt die ASR A5.2 ein modernes und flexibles Hilfsmittel dar, welches für alle am Straßenbau Beteiligten eine Orientierung bietet und wichtige Informationen zur Sicherheit auf Straßenbaustellen liefert. Durch das Einbeziehen wesentlicher Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in der Planungsphase werden die Grundlagen geschaffen, in der Ausführungsphase geltende gesetzliche Bestimmungen einzuhalten, die Gefährdung für die Beschäftigten und die Verkehrsteilnehmer zu vermeiden oder zu reduzieren und gleichzeitig den Verkehr in der gewünschten Form aufrechtzuerhalten. Derzeit wird eine Handlungshilfe zur ASR A5.2 erarbeitet. Die Handlungshilfe beschreibt mögliche Maßnahmen und Lösungsansätze für beispielhaft ausgewählte unterschiedliche Baustellensituationen. Diese Anwendungsbeispiele stellen keine Regellösungen dar, sondern sollen für Planer, Ausschreibende und Ausführende praxisnahe Unterstützung und Hilfe bieten. Der Entwurf der Handlungshilfe wurde mit Stand Juni 2019 vorveröffentlicht. Grundsätzlich ist es von entscheidender Bedeutung, frühzeitig und in allen Bau- und Planungsphasen mit allen Beteiligten in Kommunikation zu treten, um eine für alle zufriedenstellende, störungsfreie und sichere Straßenbaumaßnahme im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben durchzuführen. Denn eines ist klar: Das Leben und die Gesundheit sind das höchste Gut des Menschen und die Erhaltung von Leben und Gesundheit auf Straßenbaustellen ist unser gemeinsames Ziel. • LITERATUR AUTOR Dipl.-Ing. Thomas Vogel BG BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Fachabteilung Prävention Mail: thomas.vogel@bgbau.de Arbeitsschutzgesetz (2015), Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit, Stand 31. August 2015 Arbeitsstättenverordnung (2017), Verordnung über Arbeitsstätten, Stand 21. Juli 2017 Baustellenverordnung (2017), Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen, Stand 27. Juni 2017 Bürgerliches Gesetzbuch (2019), Stand 31. Januar 2019 Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA-95), Stand 1995 Straßenverkehrs-Ordnung (2017), Stand 18. Mai 2017 Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A5.2 Anforderungen an Arbeitsplätze und Verkehrswege auf Baustellen im Grenzbereich zum Straßenverkehr – Straßenbaustellen (2018), Stand 21. Dezember 2018 6|2019

Aktuell 9 Conference & Networking 2. Construction Equipment Forum Vom 26. bis 27. November findet in Mannheim das 2. Construction Equipment Forum statt. Das Forum bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Sichtweisen in Zukunftsthemen der Bauindustrie neue Antriebe, Digitalisierung und Autonomisierung zu schärfen. Traditionelle Arbeitsweisen in der Bauindustrie treffen gegenwärtig auf die digitale Transformation. Dies eröffnet neue Möglichkeiten und Chancen für alle Akteure der gesamten Wertschöpfungskette Bau. Aktuell werden die Potenziale dieses Wandels noch nicht ausreichend genutzt. Damit nicht nur die Einzelinteressen durchgesetzt, sondern branchenübergreifende Lösungen geschaffen werden, ist ein offener Austausch und Transparenz in unserer Branche essenziell auf dem Weg zur digitalen Baustelle. Dieser persönliche Dialog findet zum zweiten Mal gemeinsam mit den Gründungspartnern Ammann, Wacker Neuson und Robert Bosch auf dem 2. Construction Equipment Forum 2019 in Mannheim statt. Das zweitägige „Network & Conference Event“ bietet zahlreiche Möglichkeiten für Gespräche auf Managementebene mit den Experten von Abnehmern, Herstellern und Zulieferern der gesamten Baumaschinenindustrie. Die Konferenz mit begleitender Ausstellung ermöglicht Ihnen einen effizienten Zugang zu Best-Practice-Lösungen sowie hervorragende Kontakt- und Netzwerkmöglichkeiten. Unter dem Leitthema „Smart Construction Machines: Die digitale Bauindustrie 2025“ stehen auf der Konferenz die drei Themenfelder Smart Construction, neue Antriebe und Autonomisierung im Fokus. Abgerundet werden die jeweiligen Entwicklungsziele durch Berichte erfolgreicher Umsetzungsbeispiele. Mit dem Rabattcode CEF19COOP2 erhalten Sie 20 % Rabatt auf die Teilnehmertickets. Der Rabattcode ist im letzten Schritt der Onlineanmeldung unter www.constructionforum.de/anmelden einzugeben. Weitere Informationen zum Forum sind unter www.constructionforum.de verfügbar. • Das letzte Construction Equipment Forum fand 2018 in Hannover statt. (Quelle: IPM) BIM-Kompetenzzentrum Neue Technologien voranbringen Auf Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) ist das Nationale BIM-Kompetenzzentrum auf den Weg gebracht worden. Die beiden Bundesministerien werden das Nationale BIM-Kompetenzzentrum gemeinsam betreiben und so für ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen im Infrastruktur- und Hochbau sorgen. Ziel des Kompetenzzentrums ist es, die Digitalisierung im Bauwesen zu beschleunigen. Mit Planung und Betrieb wurde die planen-bauen 4.0 GmbH – zusammen mit 18 Partnern – beauftragt. Anlässlich der Vertragsunterzeichnung betonte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Die Einrichtung des Kompetenzzentrums, in Ergänzung zur planmäßigen Umsetzung des Stufenplans, ist ein weiterer Meilenstein im Prozess der Digitalisierung des deutschen Bauwesens und eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung von Bundesbauprojekten.“ Zudem böte die Methode „Building Information Modelling“ (BIM) die Möglichkeit, neue Technologien, wie beispielsweise Künstliche Intelligenz, Robotik und 3D-Druck, künftig effektiv zu integrieren. Die digitale Planungsmethode BIM ermöglicht eine zuverlässige Kosten-, Qualitäts- und Terminkontrolle und fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit in allen Phasen. Als zentrale öffentliche Anlaufstelle des Bundes für Fragen zum Thema Digitalisierung des Bauwesens, Qualitätssicherung und Koordination der BIM-Aktivitäten unterstützt das Nationale BIM-Kompetenzzentrum den Bund bei der Entwicklung und Umsetzung einer einheitlichen Normungs- und Open-BIM-Strategie, der Erarbeitung von Anforderungen und Maßstäben, der Aufstellung von Aus- und Fortbildungskonzepten, der Einrichtung und inhaltlichen Pflege eines BIM-Portals mit Datenbank, Prüfwerkzeugen und BIM-Objekten, der Entwicklung einer Strategie für BIM im Betrieb von Bundesliegenschaften und der Entwicklung einer Strategie für die nächsten Schritte nach 2020. Zu den Partnern gehören u. a. die Ruhr-Universität Bochum, Strabag, Technische Universität München sowie Via IMC, die Digitalsparte der Eurovia (Vinci). • 6|2019

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