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asphalt 06/19

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38 Technik SICHERES

38 Technik SICHERES ARBEITEN MIT BITUMEN Zweck dieser Karte ist es, grundlegende, bewährte Hinweise zum sicheren Arbeiten mit Bitumen zu geben. Jegliche Schutzmaßnahmen müssen auf der Analyse der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten beruhen, wie z.B. Labortätigkeiten, Arbeitsweisen etc. • Straßenbaubitumen einschließlich Polymermodifizierter Bitumen werden mit Temperaturen bis zu 200°C geliefert und gelagert. • Industriebitumen werden mit Temperaturen bis zu 230°C geliefert und gelagert. HAUPTGEFAHREN UND RISIKEN • Schwere Verbrennungen (bis 3. Grades) und Schock. • Feuer und Explosion. Wenn Bitumen überhitzt wird, können brennbare Abbauprodukte entstehen, die ein Feuer- oder Explosionsrisiko ergeben können. • Überschäumen der Lagertanks durch eingedrungenes Wasser. • Dämpfe. Hohe Konzentrationen von heißem Bitumen können Atemprobleme oder Übelkeit verursachen. • Schwefelwasserstoff. In geschlossenen Behältern kann sich über dem flüssigen Bitumen Schwefelwasserstoff ansammeln und gefährliche Konzentrationen erreichen. • In Bitumenlagertanks können sich pyrophore Ablagerungen bilden und selbst entzünden. ALLGEMEINE SICHERHEITSHINWEISE • Die Lagertemperaturen sollten 200°C für Straßenbaubitumen und 230°C für Industriebitumen nicht überschreiten. Bitumen sollten mindestens 30°C unterhalb des Flammpunktes oder entsprechend nationalen Regelungen gelagert werden, je nachdem, welche Temperatur niedriger ist. • Es dürfen nur hitzebeständige Schläuche ohne Verwindungen, Knicke oder Beschädigungen benutzt werden, die auf ganzer Länge unterstützt sind. Schläuche müssen sauber, trocken und frei von Anhaftungen festen Bitumens sein. • Zur Schlauchentleerung keinen Dampf benutzen, damit Wasserzutritt zum Bitumen vermieden wird. Besser: Leerpumpen oder Pressluft oder Inertgas verwenden. PERSÖNLICHE SCHUTZMASSNAHMEN Persönliche Schutzausrüstung einschließlich: • Kopfschutz: Schutzhelm, vorzugsweise mit Kinnriemen, Nackenschürze, Vollvisier zum Schutz des Gesichtes. Hinweis: Schutzbrillen schützen nur die Augen. • 100 % Baumwoll-Schutzanzug, den ganzen Körper bedeckend, flammenhemmend (mit Proban ® oder ähnlich behandelt), vorzugsweise mit reflektierenden Leuchtstreifen, Hosenbeine über dem Stiefelschaft. ERSTE HILFE • Verbrennungen mit Bitumen sollten mindestens 15 Minuten gekühlt werden, zunächst zur Schmerzlinderung mit kaltem Wasser. Ist die verbrannte Stelle größer als die Fläche einer Hand, sollte anschließend lauwarmes Wasser verwendet werden, um Unterkühlungen zu vermeiden. • Verbrennungen an den Augen müssen mindestens 5 Minuten unter Wasser gehalten werden. • AM UNFALLORT DARF AUF KEINEN FALL VERSUCHT WERDEN, ANHAFTENDES BITUMEN ZU ENTFERNEN. • So schnell wie möglich sollten beim Arzt oder im Krankenhaus Maßnahmen zur Entfernung des an der Haut klebenden Bitumens getroffen werden. • Unvorsichtige Entfernung des Bitumens von der Wunde kann die Haut weiter verletzen, was zu Infektionen und möglichen Komplikationen führen kann. • Atemprobleme durch konzentrierte Dämpfe aus Bitumen: Die betroffene Person unter Sicherheitsmaßnahmen an die frische Luft bringen. Ärztliche Hilfe rufen, wenn die Atemprobleme bestehen bleiben. Falls erforderlich, Erste Hilfe Maßnahmen ergreifen. BRANDFALL • Sofort Feuerwehr benachrichtigen. • Strom für Heizungen, Pumpen usw. abschalten. • Wenn möglich, Ventile schließen, um Ausbreitung des Feuers zu verhindern. • Feuerbekämpfung mit Pulverlöschern, Schaum, Inertgas-Löschern oder Wassernebel. Niemals Wasserstrahl benutzen. • Hitzebeständige Handschuhe mit langen Stulpen. • Sicherheitsstiefel, die schnell ausgezogen werden können. Hinweis: Standortspezifische zusätzliche Ausrüstungen können erforderlich sein: Sicherheits-/Schutzbrillen, Ohrschutz, spezielle Sicherheitsstiefel, anti-statische Kleidung etc. TELEFONNUMMERN: FEUERWEHR RETTUNGSWAGEN PRODUKTEXPERTEN SCHWEFELWASSERSTOFF (H 2S) IN EMISSIONEN AUS BITUMEN Zweck dieser Karte ist es, die Hauptgefahren durch H2S in Emissionen aus Bitumen sowie mögliche Expositionsszenarien und Risiken während Be- und Entladung, Lagerung, Transport und Nutzung von Bitumen aufzuzeigen. Gesetze zur Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz verpflichten alle relevanten beteiligten Parteien und alle Betroffenen, sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Die vorliegenden Empfehlungen sollen dabei helfen, die Verantwortlichkeiten während Be- und Entladung, Lieferung, Lagerung, Transport und Nutzung bitumenhaltiger Produkte wahrzunehmen und ist nicht dazu bestimmt, rechtliche Verantwortungen zu ändern. Vor Beginn jeglicher Arbeiten sowie bei Errichtung neuer Installationen müssen von den jeweils Verantwortlichen konkrete Gefährdungs- und Expositionsbeurteilungen durchgeführt und diese bei Änderungen der Bedingungen vor Ort überprüft werden. GEFÄHRDUNGEN DURCH H2S IN EMISSIONEN AUS BITUMEN H2S ist ein natürlich vorkommendes Gas, das aus heißem Bitumen emitieren kann. Es ist wahrscheinlich am ehesten bekannt durch seinen auffälligen Geruch nach “faulen Eiern”, der in sehr geringen Konzentrationen wahrnehmbar ist: • H2S ist giftig und beeinträchtigt das Nervensystem. • H2S kann den Geruchssinn beeinträchtigen, deshalb nicht auf den Geruch als Anzeichen für Gefahr verlassen. • H2S ist schnell entflammbar. • H2S kann mit Eisenoxid (Rost) an Tankwänden und -dächern reagieren, was zur Bildung von pyrophorem Eisensulfid führen kann und sich daher bei Kontakt mit Luft selbst entzündet. WAS SIND DIE RISIKEN? Die Risiken von H2S in Emissionen aus Bitumen sind: • Vergiftung und daraus resultierende Bewusstlosigkeit, die in extremen Fällen tödlich sein kann. • Feuer und Explosion in ganz oder teilweise geschlossenen Räumen (z.B. Tankraum oberhalb heißem Flüssigkeitsspiegel). • Bildung von pyrophorem Eisensulfid in ganz oder teilweise geschlossenen gasgefüllten Räumen oberhalb heißen Bitumens, wodurch eine Zündquelle erzeugt wird. MÖGLICHE EXPOSITIONEN Exposition gegenüber hohen Konzentrationen von H2S kann auftreten beim: • Öffnen von Tanks, des Mannlochs oder der Luke von Lagertanks oder Transportfahrzeugen. • Druckentlasten von Entlüftungsöffnungen oder Ventilen. • Inspizieren oder Reinigen leerer Tanks –H2S ist schwerer als Luft, es kann in unteren Bereichen von Tanks konzentriert vorkommen. EXPOSITIONSGRENZEN Expositionsgrenzen sind länderspezifisch, bitte berücksichtigen Sie die nationalen Regelungen. In den meisten europäischen Staaten gelten folgende Grenzwerte: Kurzzeitiger Arbeitsplatzgrenzwert (zeitlicher Mittelwert über 15 Minuten) = 10 ppm Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (zeitlicher Mittelwert über 8 Stunden) = 5 ppm RISIKOMANAGEMENT Nachfolgende Maßnahmen sollten, in Abhängigkeit vom Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, erwogen werden: • Lagertemperatur so niedrig wie praktisch durchführbar halten; • Identifizierung von Bereichen, in denen H2S vorkommen könnte, einschließlich Warnhinweisen und Zugangskontrolle, wo notwendig; • Sicherstellen angemessener Belüftung und Dampfabsaugung; • Bereitstellung von Erkennungs- und Überwachungssystemen; • geeigneten Atemschutz verwenden; • Schulung der Mitarbeiter zu H2S; • Verwendung von Genehmigungen zum Betreten beengter Räume; • Berücksichtigung gesetzlicher Regelungen zu explosiver Atmosphäre in Lagertanks; • Einhaltung von Wartungsprogrammen für Lagertanks. By consulting and/or using this publication, the user acknowledges and agrees to be bound by the following stipulations. Eurobitume has made considerable efforts to compile this publication on the basis of reliable sources. However, Eurobitume cannot and does not guarantee the completeness, accuracy, reliability and effectiveness of the information contained in this publication for whatever purpose. Furthermore, the content of this publication may be changed, suspended, revised and/or removed by Eurobitume, at its sole discretion, at any time for whatever reason and without notice. Finally, but for cases of fraud, neither Eurobitume nor its members are liable for any loss, damages or injury whatsoever relating to the consultation or use of this publication, or the inability to do so. Eurobitume, last updated: March 2015. info@eurobitume.eu By consulting and/or using this publication, the user acknowledges and agrees to be bound by the following stipulations. Eurobitume has made considerable efforts to compile this publication on the basis of reliable sources. However, Eurobitume cannot and does not guarantee the completeness, accuracy, reliability and effectiveness of the information contained in this publication for whatever purpose. Furthermore, the content of this publication may be changed, suspended, revised and/or removed by Eurobitume, at its sole discretion, at any time for whatever reason and without notice. Finally, but for cases of fraud, neither Eurobitume nor its members are liable for any loss, damages or injury whatsoever relating to the consultation or use of this publication, or the inability to do so. Eurobitume, November 2016 info@eurobitume.eu Bedienung des Entladeventils des Fahrzeuges sollte so sein, dass der Fahrer im Fall der Beschädigung eines Schlauches oder eine Leitung nicht im Bereich von Bitumenspritzern steht. AUTOR Dr. Anja Sörensen Eurobitume Deutschland anja.soerensen@eurobitume.eu Gefährdungsbeurteilungen In Übereinstimmung mit der der Richtlinie 89/654/EWG vom 30. November 1989 über Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz in Arbeitsstätten ist es die gesetzliche Verantwortung jedes Arbeitgebers und jedes selbstständig Tätigen, Gefährdungen für Gesundheit und Sicherheit aus der Arbeitstätigkeit zu beurteilen. Ziel der Beurteilung ist es, erforderliche Maßnahmen zu identifizieren, um Risiken für Gesundheit und Sicherheit zu kontrollieren. Diese Beurteilungen sollten regelmäßig und nach jedem sicherheitsrelevanten Zwischenfall oder nach Änderungen der Ausrüstung/Arbeitsweisen am Arbeitsplatz wiederholt werden. Zusätzlich zur Gefährdungsbeurteilung für das Personal sollten auch Gefährdungen aus Ladungsverlusten, durch Feuer und Explosionen betrachtet werden. Zusammenfassung Bitumen wird üblicherweise heiß transportiert und gelagert, Verbrennungen sind die am häufigsten beobachtete Verletzungsart. Dennoch bestehen im Zusammenhang mit dem Transport und der Anlieferung von Bitumen eine Vielzahl möglicher Quellen für Gefährdungen. Gefährdungen zu beurteilen und Maßnahmen der Vorsorge zu schaffen, ist gesetzliche Verpflichtung der Arbeitgeber. Es ist im Interesse aller, dass jeder Beteiligte aufmerksam und mit Sorgfalt agiert, mögliche Schwachstellen indentifiziert und zur Beseitigung unmittelbarer Risiken beiträgt. Das Teilen guter Erfahrungen und das Setzen von Mindeststandards sind im elementaren Interesse der Industrie. Eurobitume und seine Mitglieder unterstützen die Verwender von Bitumen gern, um den Umgang mit dem Produkt noch sicherer zu gestalten.• Weiterführende Links: Für weitere Information siehe auch „Eurobitume Karte zu Verbrennungen durch Bitumen“, „Eurobitume H2S Karte“, „Eurobitume Karte zum sicheren Umgang mit Bitumen“ (www.eurobitume.eu). Für weitere Information zu Notduschen siehe auch „Eurobitume Hinweise zu Notduschen“ (www.eurobitume.eu). 6|2019

Technik 39 Strabag Neue Dienstleistung im Verkehrswegebau Eine neue digitale Dienstleistung der Strabag ermöglicht Effizienzgewinne bei Projekten im Verkehrswegebau. Mit dem Geschäftsfeld Mobile Mapping bietet der Strabag-Bereich Digitale Objekterfassung und Drohnen ein zukunftsträchtiges Vermessungsverfahren an, das schnell und mit wenig Aufwand detaillierte Messdaten in höchster Qualität generiert – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes „im Vorbeifahren“ Mit dem Geschäftsfeld Mobile Mapping bietet Strabag ein Verfahren an, das bei einem Tempo von bis zu 110 km/h bis ins kleinste Detail vermessen kann. (Quelle: L. Fischer/Strabag) Ein Messkleinbus mit zwei mobilen Laserscannern auf dem Dach und reichlich IT-Technik an Bord kann bei einem Tempo von bis zu 110 km/h etwa Autobahnabschnitte bis ins kleinste Detail vermessen. Diese Dienstleistung wird nicht nur konzernintern genutzt; das siebenköpfige Experten-Team aus Regensburg steht mit seinen 3D-Mapping-Services auch für externe Aufträge zur Verfügung. So hat Strabag gerade erst in der österreichischen Steiermark eine 51 km lange Gleistrasse der Bahngesellschaft GKB mobil und digital gescannt. Zeit- und arbeitsaufwendige Streckensperrungen sind beim Mobile Mapping – anders als bei statischen Lasermessungen – nicht erforderlich. Im Vorfeld wird das Messgebiet mit Passpunkten markiert, und während der Fahrt scannen die Laser in Abständen von wenigen Zentimetern die Oberflächenbeschaffenheit. „Gerade in der Angebotsphase spielen diese Daten eine essenzielle Rolle für eine solide Kalkulationsbasis im Verkehrswegebau“, betont Thomas Gröninger den Mehrwert der mobilen Messmethode. Denn je genauere und detailliertere Messdaten vom Zustand der Straße schon im Vorfeld der Baumaßnahme gesammelt werden, desto genauer lassen sich im Verfahren des Building Information Modelling (BIM) die Massen berechnen und der Aufwand bestimmen. In einem Pilotprojekt nutzt die Autobahndirektion Nordbayern diesen Vorteil: Bereits vor der Auftragsvergabe, noch während der Ausschreibung für die geplante Sanierung der A93 zwischen dem Dreieck Hochfranken und der Anschlussstelle Regnitzlosau hat das Mobile-Mapping-Team der Strabag den rd. 7 km langen Streckenabschnitt detailliert vermessen, digital per Software ausgewertet und dokumentiert. Kontakt: www.3d-vermessung.strabag.de Kirschbaum Verlag Standardwerk zur baulichen Erhaltung Die Maßnahmen der baulichen Erhaltung von Verkehrsflächen in Asphaltbauweise sind aktuell in den ZTV BEA-StB 09/13 („Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für die Bauliche Erhaltung von Verkehrsflächenbefestigungen – Asphaltbauweisen“) geregelt und beschrieben. Für die dauerhafte Wirksamkeit der Maßnahmen ist sowohl deren Eignung im Einzelfall als auch die fachgerechte Ausführung bedeutend. In der zweiten Auflage des Handbuchs erläutern die Autoren aus Verwaltung, Industrie und Wissenschaft ausführlich die bauliche Erhaltung von Asphaltstraßen nach den ZTV BEAStB 09/13 und schildern unter anderem Besonderheiten im kommunalen Straßenbau, auf Landstraßen, bei der Erhaltung von Verkehrsflächen aus Beton in Asphaltbauweise. Neben dem Ziel, adäquate Hinweise für die Planung und hochwertige Ausführung von Erhaltungsmaßnahmen zu geben, behandelt die zweite Auflage des Handbuchs und Kommentars das neu herausgegebene und aktualisierte Regelwerk. So finden zum Beispiel lärmtechnisch optimierte Asphaltbauweisen und die aktuelle Entwicklung in der Qualitätssicherung zusätzlich Berücksichtigung. Basierend auf ihren langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiet der baulichen Erhaltung von Verkehrsflächen in Asphaltbauweise, beschreiben die Autoren die Umsetzung der verschiedenen Erhaltungsmaßnahmen und bieten den Anwendern in der Praxis Orientierung und Hilfestellung. Gleichzeitig soll so ein Beitrag zur langfristigen und nachhaltigen Sicherung der Mobilität sowie dem adäquaten Einsatz der finanziellen Mittel geleistet werden. Die zweite Auflage des Handbuchs erläutert die bauliche Erhaltung von Asphaltstraßen nach den ZTV BEAStB 09/13 und schildert u. a. Besonderheiten im kommunalen Straßenbau, auf Landstraßen, bei der Erhaltung von Verkehrsflächen aus Beton in Asphaltbauweise. (Quelle: Kirschbaum) Die E-Book-Version des Werkes erhalten Sie zusammen mit dem KV-Reader, der Software des Verlages für seine digitale Werke. Nach einer schnellen und einfachen Installation bietet das kostenlose Programm einfach zu handhabende Such- und Zugriffsfunktionen. Kontakt: www.kirschbaum.de 6|2019

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