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asphalt 04/20

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Homberg/

Homberg/ Nieder-Ofleiden, Deutschland 14. bis 17. April 2021 (Mi.–Sa.) Tel. + 49 7229 606-29, info@geoplangmbh.de www.steinexpo.de

Meinung 3 Der Ruf nach dem Staat Oliver Nohse, Präsident des DAV Quelle: Eurovia In der aktuellen Krisensituation werden die Rufe nach staatlichen Hilfen lauter. Von den Fluggesellschaften bis hin zur Automobilindustrie: Überall soll der Staat die eingebrochene Nachfrage stützen. Nur der Bausektor ist noch still. Dabei ist es eine Binsenweisheit, dass Bauleistungen eine der großen Stützen der Binnennachfrage sind. Aber warum sollte die Bauwirtschaft auch jammern? Schließlich hat der Bund mit dem Investitionshochlauf in den vergangenen Jahren die Investitionen in die Bundesverkehrswege ausgeweitet und ein Gesamtvolumen von knapp 81 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Zudem planten die Kommunen laut der Prognose der Bundesvereinigung kommunaler Spitzenverbände zu den Kommunalfinanzen 2019 bis 2022 ihre Investitionstätigkeit weiter auszubauen. Aufgrund der positiven konjunkturellen Gesamtsituation und steigender (Gewerbesteuer-)Einnahmen sollten sich allein die Bauinvestitionen auf über 30 Mrd. Euro bis 2022 erhöhen. Überall soll der Staat die eingebrochene Nachfrage stützen. Nur der Bausektor ist noch still. Nicht nur die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben dieses Stimmungsbild jedoch mittlerweile gekippt. Bereits Ende 2019 hatte der Straßenbau mit einer rückläufigen Ausschreibungssituation zu kämpfen. Während damals vor allem ein Rückgang auf Bundesebene aufgrund der Umstellung der Auftragsverwaltung der Länder auf die Autobahn GmbH des Bundes, der sich daraus ergebenden Umstrukturierungen auf Landesebene sowie einer teils bewussten Nachfragesteuerung (durch Zurückhalten von Aufträgen) durch die Straßenbauverwaltungen aufgrund vermeintlich zu hoher Baupreise ausschlaggebend waren, rücken heute die Städte und Gemeinden als Hauptauftraggeber der Bauindustrie mehr und mehr in den Fokus. Immerhin entfallen 42 % der Straßenbauausgaben auf die Gemeinden. Wichtig ist jetzt, dass ein kontinuierlicher Projekt-Deal-Flow auf allen Ebenen sichergestellt wird. Darüber hinaus muss die öffentliche Hand wieder in die Lage versetzt werden, Projekte schneller auf den Markt zu bringen. Stichworte sind hier u. a. die Aufstockung von Personal, Voraussetzungen für mobiles Arbeiten sowie die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, u. a. für kollaboratives Arbeiten in Projektteams (Stichwort: Building-Information Modelling). Und nicht zuletzt müssen die Kommunen durch Bund und Länder unterstützt werden. Mit dem nun beschlossenen Konjunkturpaket besteht die Hoffnung, dass sowohl die Investitionstätigkeit der Kommunen gesichert als auch durch ein Vorziehen von Projekten auf Bundesebene der rückläufige Auftragseingang auf Jahressicht teilweise ausgeglichen wird. Alles mit dem Ziel, den Bau als Motor der Inlandsnachfrage intakt zu halten! Es grüßt Sie Ihr Oliver Nohse 4|2020

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