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ra 02/19

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Die Fachzeitschrift für

Die Fachzeitschrift für Recycling-Industrien Ausgabe 2/2019 Materialumschlag & Transport Thomas Hauser vom technischen Dienst, Leo Schanda, Produktionsleiter, und Janko Kegl, Fahrer, vor ihrem neuen Arbeitsgerät (von links). Josef Gruber (Zweiter von rechts), Zeppelin-Verkäufer der Niederlassung München, lieferte die Baumaschine zusammen mit Daniel Bauer (rechts) aus, der ab Mai 2019 sein Nachfolger wird. TITELSTORY Für Einsätze, bei denen es vor allem auf hohen Materialumsatz und niedrige Betriebskosten ankommt, hat Zeppelin in enger Zusammenarbeit mit Caterpillar zwei Umschlagbagger mit Elektroantrieb und Kabelanschluss entwickelt. MH22 und MH24 basieren auf den konventionellen Cat-Umschlagbaggern derselben Gewichtsklasse, wurden aber konsequent für den Elektroantrieb weiterentwickelt. Beide Typen profitieren von allen Vorteilen der umweltfreundlichen Antriebstechnik genauso wie von den zahlreichen Leistungs- und Komfortmerkmalen der Caterpillar-MH-Umschlagbagger mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Ein schönes Beispiel für eine weitere passende Umschlagmaschine liefert unsere folgende Titelstory. Hauptdarsteller hier: ein Cat-Radlader 930M Zeppelin-Cat: Grüne Energie aus dem Wald Rund 180 Haushalte, Schulen, das Krankenhaus und einige Unternehmen versorgt das Danpower-Biomasse-Heizkraftwerk in Pfaffenhofen an der Ilm mit Fernwärme beziehungsweise Prozessdampf. Neben der Wärmeversorgung wird der produzierte Strom in das regionale Stromnetz eingespeist. Den Umschlag der angelieferten Hackschnitzel übernimmt seit kurzem ein neuer Cat-Radlader 930M mit einer sechs Kubikmeter fassenden Hochkippschaufel. Just in time fahren Brennstoffhändler und Landwirte der Waldbauernvereinigung die 40 Tonnen schweren Walking-Floor- Lkw vor und laden die Biomasse in der Lagerhalle ab. Sie haben kurze Wege – die angelieferten Hackschnitzel stammen alle aus der Region. „Das zu Hackschnitzel verarbeitete Holz ist naturbelassen, also unbehandelt und unbearbeitet. Restholz aus dem Sägewerk dürfen wir gar nicht verbrennen“, erklärt Leo Schanda, Produktionsleiter von Danpower in Pfaffenhofen. Von der eingegangenen Ware wird eine visuelle Sichtkontrolle gemacht und eine Probe entnommen, die 24 Stunden getrocknet wird, um den Feuchtigkeitsgehalt 72 recycling aktiv 2/2019

Materialumschlag & Transport zu erfassen. Entweder befördert der Radlader die Hackschnitzel in die Schubbodenanlage direkt zur Verbrennung oder er schiebt sie zu einem Haufwerk in der Lagerhalle zusammen, die bis zu 6.500 Kubikmeter Hackschnitzel fassen kann. Vorräte müssen angelegt werden für die Nacht und für das Wochenende. Der Radlader Cat 930M befördert die Hackschnitzel in die Schubbodenanlage direkt zur Verbrennung oder er schiebt sie zu einem Haufwerk in der Lagerhalle zusammen. Fotos: Caterpillar/Zeppelin Sieben Tage die Woche in Betrieb Denn die Anlage ist 24 Stunden sieben Tage die Woche in Betrieb. Daher gilt für die Baumaschine eine hohe Verfügbarkeit – im Notfall müssen ein Hallenkran und ein 15-Tonnen-Stapler aushelfen. Doch der Stapler bringt es nicht auf die eigentlich nötige Höhe beim Auskippen. „Der Radlader ist im Vergleich dazu viel flexibler und kann in kürzester Zeit viel mehr Mengen bewegen“, so Leo Schanda. 5.000 Kubikmeter Schüttgut hat der Cat 930M im Schnitt an Umschlagleistung in der Woche zu bewältigen – am Tag werden rund 700 Kubikmeter Hackschnitzel verbrannt. Die Stückigkeit der Hackschnitzel liegt bei 20 bis 30 Millimetern. Um den Kühler der neuen Arbeitsmaschine von feinen Staubpartikeln freizublasen, wurde ein Umkehrlüfter eingebaut. Ein Vorabscheider unterstützt die Filterung der Ansaugluft des Cat-Acert-Motors C7.1. Die neue Baumaschine sei einfach zu bedienen, äußert sich der Fahrer Janko Kegl. Doch um ihn zu unterstützen, wurden auch Zusatzfeatures angebracht – Sicherheit hat angesichts des hohen Lieferaufkommens Vorrang. Ist das mächtige Anbaugerät voll gefüllt mit der Biomasse, schränkt das die Sicht des Fahrers nach vorne ein und er kann nur schlecht sehen, ob sich Personen davor befinden. Daher wurde eine Kamera am Seitenholm des Fahrerhauses befestigt, die den Arbeitsbereich vor der Schaufel komplett erfasst. Auch am Heck der Baumaschine wurden Rückfahrwarnblitzer installiert, um Personen darauf aufmerksam zu machen, dass sie aufpassen müssen, wenn sie sich hinter der Baumaschine aufhalten. „Wir haben drei verschiedene Angebote eingeholt und uns bei anderen Anwendern informiert, doch am besten wurden wir von Josef Gruber von Zeppelin betreut“, liefert Schanda die Erklärung, warum die Wahl der Baumaschine auf einen Cat 930M fiel. Einsparung von jährlich rund 40.000 Tonnen CO 2 Das Heizkraftwerk in Pfaffenhofen erzeugt pro Jahr etwa 40.000 MWh Strom und 75.000 MWh Wärme und Dampf. Damit können rund 10.000 Wohnungen mit Heizenergie versorgt werden. Der Dampf wird auf eine durchschnittliche Temperatur von 450 Grad gebracht und durch eine Turbine geführt. Mit einem Druck von elf bar werden 200 Kubikmeter Wasser in der Stunde mit einer Temperatur von 125 Grad durch die Rohre gepumpt. 18 Kilometer lange Leitungen mit einem Durchmesser von 200 Millimeter laufen in 1,20 Meter Tiefe durch Pfaffenhofen. Ist das heiße Wasser beim Kunden angekommen, hat es gerade einmal ein paar Grad an Temperatur weniger. Wärmetauscher entziehen dann die Temperatur und wandeln sie in angenehme Raumtemperatur um. Zur Versorgungssicherheit der Fernwärme verfügt der Standort über zwei Reservekessel für den Gas- oder Ölbetrieb als Redundanz. Reparaturen oder Revisionsarbeiten wie etwa am Heizkessel müssen gut geplant sein. „Wir halten die Anlage gut in Schuss und sind von den 8.760 Stunden rund 8.400 Stunden in vollem Betrieb“, so Leo Schanda. Danpower hat im Übrigen den Zuschlag zur einmaligen Verlängerung der EEG-Förderung erhalten, die bis 2031 läuft. „Wir wollen das Kraftwerk die nächsten Jahrzehnte weiter betreiben und grüne Wärme und Strom für die Stadt Pfaffenhofen bereitstellen“, so der Produktionsleiter. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien werden somit jährlich rund 40.000 Tonnen CO 2 eingespart. Für den Beitrag im Klimaschutz, den Innovationsgehalt und die Messbarkeit von Energie- und Treibhausgas-Einsparungen wurde Danpower bereits ausgezeichnet. Das Unternehmen bekam im letzten Jahr den Klimaschutzpreis der Stadt. Das Biomasse-Heizkraftwerk war bereits 2001 ausschlaggebend dafür, dass Pfaffenhofen als erste deutsche Kommune das Klimaschutzziel der Bundesregierung erreichte. Danpower betreibt seit 2014 das Biomasseheizkraftwerk in Pfaffenhofen an der Ilm, welches 2001 seinen Betrieb aufgenommen hat. Zeppelin Baumaschinen GmbH Graf-Zeppelin-Platz 1 85748 Garching bei München Telefon: +49 (0)89 32 00 00 Telefax: +49 (0)89 32 00 0 418 zeppelin-cat@zeppelin.com www.zeppelin-cat.de recycling aktiv 2/2019 73

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