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GP 06/16

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42 TRANSPORT

42 TRANSPORT Bewegungsfreundliche und geländegängige Allrounder Bei den knickgelenkten Muldenkippern haben sich in den letzten Jahren die Nutzlastklassen von 30 und 40 t als Bestseller durchgesetzt. Alle großen Anbieter sehen hier demnach auch ihre Marktschwerpunkte, was nicht bedeutet, dass jenseits dieser Größenordnung nichts passiert, denn ein Abtasten der Interessenlage bis hin in die 60-t-Klasse findet durchaus statt. Doch dazu an anderer Stelle mehr. Vorerst geht es um die Vielgefragten und ihre um ein Weniges kleineren Geschwister: Aufgrund ihrer auffälligsten Merkmale, bestehend aus der 6x6-Konstellation, also der Kombination aus drei Achsen und Allradantrieb, eignen sich die Fahrzeuge sowohl im Tagebau wie auch auf Baustellen. Ihre Wendigkeit und Geländegängigkeit machen die Dumper zum allgegenwärtigen Bestandteil der Geräteflotten. Für Spezialanwendungen lässt das Konstruktionskonzept aber viele Variationen zu, die auch die Nutzlastkapazitäten betreffen. Neben großen Segment-Full-Linern decken auch spezialisierte Nischenanbieter aus dem Mittelstand die Nachfrage ab. Hier ein Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Exot auf Expansion Der italienische Hersteller Astra fertigt seit 2000 Muldenkipper mit Knicklenkung. Die klassischen dreiachsigen Fahrzeuge sind komplett (meist) als 6x6- Versionen mit permanentem Allradantrieb ausgeführt. Die ADT-Modelle (Articulated Dump Truck) sind in vier Varianten erhältlich (ADT25, ADT30, ADT35 und ADT40), die natürlich die jeweils zulässige Nutzlast im Namen tragen. Die von der Konzernmutter zugesteuerten Iveco-Cursor-Motoren reichen von 318 bis 456 PS, integrierte Hochleistungs- Turbolader mit variabler Geometrie gehören zum Standard. Die Kraft wird über ein Ergopower-6WG210-Getriebe von ZF mit sechs Vorwärts- und drei Rückwärtsgängen über Kessler-Achsen an die Räder verteilt. Die Technik erlaubt einen Vollautomatik-Betrieb und beinhaltet eine Power- sowie eine Eco-Einstellung. Branchenüblich ist der Allradantrieb permanent ausgelegt. Die über Zwei-Weg-Lenkzylinder geführte Knickgelenkverbindung verfügt über Doppelkugellager. Eine betont breite Fahrgestellbauweise adressiert höchste Standfestigkeit. Der Kipperhubzylinder ist in einer geschützten Position zwischen den Rahmenlängsträgern angebracht. Robuste Konstruktion, Servicefreundlichkeit, eine neue, vereinfachte elektronische Architektur, serienmäßige Zentralschmierung und eine weit öffnende kippbare Kabine mit integriert kippbaren Kotflügeln werden als Qualitäten der neuen Modelle genannt. ■ www.iveco-astra.com ■ www.cnhindustrial.com Wendiger Schwerarbeiter Der Knicklenker-Spezialist Bell macht seinem Namen nicht nur durch das breiteste Programm an Serienmodellen Ehre. Auf Basis der gesamten Palette vom B25 bis zum B50 entstehen mit dem sogenannten VersaTruck-Programm seriennahe Sonderfahrzeuge für die vielfältigsten Einsatzbereiche. Mit der Wahl Astra Bell Bell MODERN: Die italienischen Knicklenker der Marke Astra sind in Deutschland selten. Es gibt sie in kleinen und mittleren Größen bis 40 t. Foto: Astra INDIVIDUELL: Die Sondermodelle von Bell werden dank des optimierten Baukastensystems auf vielfältigste Spezialanforderungen abgestimmt. Die Südafrikaner werden dabei sehr feinfühlig und funktional angepasst. Auch deshalb zeigen sie sich den verschiedensten Lebenslagen gewachsen. Fotos: Bell GESTEINS PERSPEKTIVEN 6/2016

TRANSPORT 43 GROSSER SPITZENREITER Robust, schnell und hoch beweglich Als Antwort auf die gestiegene Nachfrage der Kunden nach knickgelenkten Dumpern mit höherer Ladekapazität hat Volvo mit dem A60H jüngst ein neues Spitzenmodell vorgestellt. Dessen Ladekapazität liegt mit 55 t um 40 % höher als die bewährte A40er-Baureihe. Die neue Größe ist nach Angaben von Volvo auch auf weichen, unebenen und steilen Straßen eine echte Alternative zu Starrrahmenkippern und schweren Baustellenfahrzeugen. Für Stabilität, viel Geländegängigkeit und ein hohes Fahrtempo sorgen die automatische Traktionskontrolle inklusive 100-%-Differenzialsperren in Verbindung mit dem wartungsfreien Drehgelenk sowie die aktive Federung des Vorderrahmens. Dazu kommt eine nach Angaben des Herstellers einzigartige selbst ausgleichende Lenkung und die bei Volvo bewährten nassen Scheibenbremsen. Der A60H wird von einem 16-l-Volvo-Motor angetrieben mit einer Leistung von 495 kW. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 55 km/h. Ein schneller und einfacher Zugang erleichtert die routinemäßigen Service- und Wartungsarbeiten. Der neue A60H verfügt über einen nach unten klappbaren Frontgrill, der zugleich als Service-Plattform mit rutschfesten Stufen dient. Die elektrisch bedienbare Motorhaube öffnet sich um 90° und ermöglicht in Verbindung mit der elektrisch bedienbaren unteren Motorschutzplatte einen vollständigen und sicheren Zugriff auf den Motorraum. Dazu verfügt das Spitzenmodell der Palette über ein Onboard-Wiegesystem. Während des Einsatzes unterstützt das Kippsystem des A60H den Fahrer mit einem Hill Assist in Verbindung mit der Be- und Entladebremse. Parallel führt Volvo auch neue SCHWER IM KOMMEN: Mit dem 60-Tonner dringt Volvo CE in neue Dimensionen vor. Foto: Volvo Getriebe ein, die beim A60H wieder von Allison kommen. Dessen Vollautomatikgetriebe enthält einen neuen internen Dämpfer und eine aktualisierte Drehmomentwandler-Turbine mit strömungsoptimierten Schaufeln und eloxierter Oberflächenbehandlung für erhöhte Robustheit. Weiterhin ist nun optional ein neuer Schwerlast-Retarder erhältlich. Der Volvo A60H profitiert außerdem von Modifikationen an den Planetenradsätzen des Getriebes für langsames Fahren und Rückwärtsfahren. Die verbesserte Öl-Schmierung sorgt für eine verlängerte Produktlebensdauer in Anwendungen, die ein höheres Drehmoment und längeren Betrieb im Rückwärtsgang erfordern. ■ www.volvo.com von jeweils zwei Vorderwagen mit unterschiedlichen Dachhöhen können eine Reihe an Hinterwagenausführungen und Aufbauten zu insgesamt fast 40 Kombinationen zusammengestellt werden. Die modulare Komponentenzusammenstellung gewährleistet die Übernahme der Cat ABGESTIMMT: Mit Antriebsschlupfregelung und automatisch zuschaltenden Differenzialen ist jedes Gelände willkommen, ohne den Fahrstrang mit Verspannungen zu belasten. Cat ANGEPASST: Die Dumper 725C2 und 730C2 erhalten auf Wunsch eine Straßenzulassung für ein vereinfachtes Umsetzen ohne Tieflader-Transport. Fotos: Cat meisten Elemente aus dem Standardprogramm und erleichtert damit Wartung und Reparatur. Ein Beispiel ist der Bell B30E in zweiachsiger Ausführung. Die 4x4-Konstellation wurde speziell für die spezifischen Anforderungen im Stolleneinsatz unter Tage angepasst. Im Gegensatz zum Bell-Dreißigtonner in 6x6- Version erlaubt die Sonderanfertigung mit einer Gesamtlänge von nur 9,3 m (Standardversion rund 10 m) eine erheblich größere Wendigkeit besonders in engen Kurvenradien bei gleicher Geländetauglichkeit. Der Mercedes-Sechszylinder leistet 246 kW, auch das Allison- Getriebe konnte übernommen werden. Im Aufbau trägt der B30E 4x4 eine ebenso individuelle Muldenausrüstung, die, gegenüber der Serie leicht erhöht, auf ein Volumen von 20 m³ kommt. Mit Muldenerhöhung, verlängerter Schüttschurre und verriegelbarer Pendel-Rückklappe ist das Modell auf eine beschränkte Deckenhöhe angepasst. Der Einbau einer 40-t-Starrachse mit E4-Felsbereifung ermöglicht eine Nutzlast von 32 t. Auch die notwendige CE-Zertifizierung wurde durch die weitgehende Baugleichheit der antriebs- und steuerungstechnischen Baugruppen des Vorderwagens zur Standardserie erleichtert. Das schlägt sich in den Investitionskosten für 6/2016 GESTEINS PERSPEKTIVEN

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