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GP 05/18

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6 ZUR SACHE ger als eine

6 ZUR SACHE ger als eine klare, straffe EU-Rohstoffstrategie, welche die politische Aufmerksamkeit für das Thema geradezu erzwingt. Wir sehen gute Möglichkeiten, die Zeit vor der Wahl zum Europaparlament 2019 in diese Richtung zu nutzen. Erleichterungen bei der Umsetzung von Auflagen BRÜDER IM GEIST: Präsidenten in vier verschiedenen Legislaturen: Arnoud Colson, Thilo Juchem, Michael Schulz und Jesús Ortiz (v.l.n.r.). WÜRDIGUNG: Hermann Reifenscheid (r.) wurde für seine langjähre und erfolgreiche UEPG-Vorstandsarbeit durch Jesús Ortiz geehrt. Ein wichtiges Handlungsfeld der letzten Jahre war die Reaktion auf die Quarzfeinstaubdiskussion. Innerhalb der UEPG widmete der Ausschuss für Arbeits sicherheit und Gesundheitsschutz sich intensiv der Thematik. Letztendlich konnte die Aufnahme des Quarzfeinstaubs in die Krebsrichtlinie nicht verhindert werden. Allerdings zahlt sich nun immerhin aus, dass die UEPG seit Jahren bei NEPSI, dem Sozialdialogabkommen Quarzfeinstaub, engagiert ist. Hierdurch genießen Mitglieder gewisse Erleichterungen bei der Umsetzung der Auflagen. In der nun laufenden zweijährigen Implementierungsphase der Richtlinie wird die UEPG ihre Mitgliedsverbände bei der Umsetzung der Anforderungen unterstützen. Der sogenannte Dieselskandal sorgt weiträumig für eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit in Sachen Feinstaubproblematik. Wir stehen hier als Branche (noch) nicht im Fokus, müssen uns aber dennoch in diese Richtung gut aufstellen. Dazu wurde eine Air-Quality- Arbeitsgruppe gegründet, die von Walter Nelles geleitet wird. Die sozialen Verpflichtungen der Gesteinsunternehmen Europas gegenüber ihren Arbeitnehmern sind teilweise sehr unterschiedlich ausgeprägt. Um Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzthemen im Sinne der Mitgliedsunternehmen und der Beschäftigten trotz wenig praxisorientierter Vorschriften besser zu implementieren, setzt die UEPG auf die Entwicklung und Verbreitung maßgeschneiderter Informationen und Hilfsmittel, die gerade für kleine und Kleinstunternehmen eine wichtige Hilfe sind. Umweltschutzthemen und Eignungstest der Natura-2000-Richtlinien BESCHLUSS-SACHE: verdienter Ausklang nach der Vorstellung des aktualisierten Geschäftsplanes bei einer vorangegangenen UEPG-Vorstandssitzung. Der Themenbereich Umwelt- und Naturschutz steht ganz oben auf der Ta- GESTEINS PERSPEKTIVEN 5/2018

ZUR SACHE 7 STARKE VERTRETUNG Deutsche Präsenz in UEPG-Ausschüssen In drei von vier Haupt-Ausschüssen arbeiten MIRO-Verantwortliche an der Spitze mit. Konkret sind das für: Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit: Walter Nelles, stellvertretender Vorsitzender Wirtschaft: Christian Haeser, stellvertretender Vorsitzender Technik: Stefan Janssen, Vorsitzender Darüber hinaus leitet Walter Nelles die Air-Quality-Arbeitsgruppe und Susanne Funk engagiert sich in der Arbeitsgruppe für PR und Kommunikation. STRUKTUR der UEPG mit Ausschüssen und Arbeitsgruppen. gesordnung der UEPG. Zwar ist bekannt, dass mineralische Rohstoffe umweltfreundlich gewonnen und aufbereitet werden können, dies muss allerdings auch bei den „stakeholdern“ des gesellschaftlichen Lebens und bei Politikern in Brüssel immer wieder zur Sprache gebracht und verankert werden. Hierbei lassen sich die Ergebnisse der UEPG-Preisverleihung für nachhaltige Entwicklung der letzten Jahre hervorragend einsetzen. Sinnvoll erscheint zudem, sich bei bestimmten Themen mit anderen Industriepartnern zusammenzuschließen, um gleich gelagerte Interessen gemeinsam zu vertreten. Dies soll weiter forciert werden, um das bisher Erreichte zu festigen und neue Ziele gemeinsam angehen zu können. Bekannt ist, dass in den vergangenen drei Jahren die Natura-2000-Richtlinien einer Überprüfung, dem sogenannten Eignungstest, unterzogen wurden, woran sich die UEPG aktiv beteiligte. Im Ergebnis einer umfänglichen Befragung wurde seitens der EU beschlossen, die Richtlinie nicht zu überarbeiten, sondern vielmehr verstärkt deren nationale Umsetzung zu prüfen. Dies werten wir als positives Ergebnis, denn eine Überarbeitung hätte Jahre in Anspruch genommen und – nachdem sich für die bestehenden Natura-2000-Richtlinien eine geübte Praxis herausgebildet hat – nur für erneute Unsicherheit gesorgt. In den Richtlinien ist derzeit festgeschrieben, dass auch auf Natura-2000-Flächen industrielle Aktivitäten möglich sind. Dies ist ein für uns ganz wichtiger Punkt, der bei einer Überarbeitung von der Umweltseite grundlegend infrage gestellt worden wäre. Die viel bessere Entscheidung, die tatsächliche Umsetzung der Richtlinie verstärkt zu überprüfen, konkretisiert sich im „EU-Aktionsplan für Menschen, Natur und Wirtschaft“. Hierbei spielt die UEPG ebenfalls eine aktive Rolle und ist als kompetenter und konstruktiver Partner anerkannt. Das zeigt sich insbesondere daran, dass dabei innovative Konzepte wie Temporary Nature (Natur auf Zeit) aufgegriffen werden. Hier geht es darum, dass genehmigte Flächen, auf denen noch – oder für einen bestimmten Zeitraum keine – Gewinnung stattfindet, zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden können, auch wenn sich hier zwischenzeitlich wertvolle Biotope entwickelt haben. Das Gleiche gilt für entwickelte Biotope in aktiven Gewinnungsbereichen. Zu erfolgreichen Biotopverlagerungen gibt es zahlreiche Praxisbeispiele, und unsere Unternehmen sind gewillt, sich aus ökologischer Verantwortung daran zu orientieren. Seit 2015 läuft beispielsweise das EU-Projekt Life in Quarries unter Federführung unseres belgischen Mitgliedsverbandes Fediex. Dabei geht es um ein dynamisches Biodiversitätsmanagement in Steinbrüchen während der Gewinnungsphase. Das Projekt bietet eine gute Möglichkeit zur Ableitung entsprechender Leitlinien, die direkt mit der EU-Kommission als tragfähige Vorschläge diskutiert werden können. Unser ausdrückliches Ziel all dieser Initiativen ist es, einen verbindlichen Rechtsrahmen zu bekommen, der den Betrieben bei gleichzeitiger Unterstützung der Artenansiedlung die notwendige Flexibilität gewährt. Wichtig ist, dass der Mittelstand und die zahlreichen Kleinunternehmen unserer Branche nicht durch immer weitere extreme Auflagen das Handtuch werfen. Kreislaufwirtschaft? Aber ja, wir sind dabei! Die Umsetzung des EU-Kreislaufwirtschaftspakets ist im vollen Gange mit der 5/2018 GESTEINS PERSPEKTIVEN