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GP 05/18

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28 MACH MAL WAS

28 MACH MAL WAS INFOBESUCH Wissen schöpfen vor Ort BESUCH IM WERK ROBERT BOPP: Baptist Schneider, Heinz Sprenger, Rainer Hinderer, Rainer Gräßle, bmk-Technik-Leiter Dr. Peter Antweiler, Eckhard Häberle, Leiter der Natursteinabteilung (v.r.n.l.). Zu einem Informationsbesuch ohne politischen Anlass kam Rainer Hinderer, Sprecher der SPD-Fraktion für Gesundheit, Sucht und Arbeitsmarktintegration im baden-württembergischen Landtag, in den Steinbruch Talheim der bmk Steinbruchbetriebe, denn Talheim zählt zum Wahlkreises 18 Heilbronn, den er als Abgeordneter vertritt. „Solche Besuche freuen uns ganz besonders – davon gibt es viel zu wenige“, betont Baptist Schneider, Geschäftsführer des Unternehmens. Zusammen mit dem technischen Leiter, Dr. Peter Antweiler, führte er den Politiker durch das Werk und den Steinbruch, wo pro Jahr etwa 600.000 t Muschelkalk gewonnen werden. Hinderer zeigte sich beeindruckt von der Größe des Werkes, besonders angesichts der Tatsache, dass es keine öffentlichen Diskussionen um Emissionen oder Erweiterungen gebe. Das sei keineswegs die Regel. Baptist Schneider stimmte dem zu. Die Muschelkalk-Gewinnung am Standort ist für die kommenden 20 bis 25 Jahre genehmigt und gesichert. Das ist außerordentlich erfreulich – und ebenfalls nicht (mehr) die Regel für viele Betriebe der Branche. Auch Talheims Bürgermeister Rainer Gräßle nahm am Besuch des Landespolitikers teil und würdigte die wirtschaftliche Bedeutung des Werkes für die Gemeinde. Er freue sich über die Entscheidung der Genehmigungsbehörden, ein weiteres Werk in Talheim zu ermöglichen. Schneider nannte die Pläne eine nicht unerhebliche Investition in die Zukunft, die auch zum Vorteil der Kommune sei. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des ISTE, Heinz Sprenger, erläuterte dem Sozialpolitiker Hinderer die Bedeutung der Steine- und Erden- Industrie für die Versorgung des Landes mit Rohstoffen. Statistisch gesehen nutze jeder Baden-Württemberger ein Kilogramm Naturstein, Sand oder Kies – pro Stunde (!) und er nannte gleichfalls die zahlreichen Einsatzgebiete, die jenseits des Wirtschaftsbereichs Bau auf mineralische Rohstoffe angewiesen sind. Baptist Schneider ging ergänzend dazu auf die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für die Branche und speziell für sein Unternehmen ein. Mit der Retrolith GmbH sei als Teil der Unternehmensgruppe in Talheim ein Entsorgungsfachbetrieb ansässig, der mineralische Abfälle wie Bauschutt oder Altasphalt für die Wiederverwendung aufbereitet, denn beides – die Nutzung natürlicher und die sekundärer Rohstoffe – gehört zusammen und wird durch das Know-how der Branche vielfach verknüpft. www.iste.de www.bmk-steinbruchbetriebe.com STATT BÖLLER wurde der Besuch von der Sprengung einer Muschelkalkwand flankiert. Fotos: iste GESTEINS PERSPEKTIVEN 5/2018

MACH MAL WAS 29 REFUGIEN IM SAND Engagement für Wiedehopf und Wendehals Der Landesbund für Vogelschutz (LBV), die Bayerischen Staatsforsten und das Kalksandstein-Unternehmen Zapfwerke GmbH & Co. KG, arbeiten seit Jahren intensiv zusammen. Gemeinsam riefen die Partner kürzlich ein Brutprogramm für den Wiedehopf und den Wendehals ins Leben. Dass Sandgruben grundsätzlich ein schädlicher Eingriff in „wilde“ Natur seien und das Landschaftsbild beeinträchtigen, wollen weder Zapf- Geschäftsführer Wolfgang Zapf noch Bernd Michl, LBV-Regionalgruppe Feucht, so stehen lassen. Im Gegenteil: Der 1. Vorsitzende der LBV-Regionalgruppe Feucht schätzt besonders die Sandgruben in ihrer ökologischen Wertigkeit hoch ein: Während die Waldvogelarten gut zurechtkommen, also genug Gehölze für sie vorhanden sind, gibt es viel zu wenig geeignete Lebensräume für die stark bedrohten Vogelarten der Agrarund Kulturlandschaft. LBV und Zapf arbeiten bereits seit 2011 zusammen, in der Grube Feucht speziell zum Schutz der Uferschwalben. Derzeit unterstützt Zapf ebenso beim sogenannten Wiedehopf-Projekt. Hintergrund ist, dass beide Vogelarten nahezu identische und offene Flächen der Agrarkulturlandschaft benötigen – der Wiedehopf nistet in Kästen nahe des sandigen Erdbodens und der Wendehals eher in Kästen etwas anderer Bauart ab 2 m über dem Boden. Die weiten Sandgruben als insektenvielfältiges Biotop seien für beide Vogelarten besonders gut geeignet. Nisthöhlen etwa in abgestorbenen oder alten Bäumen, in denen die Wendehälse – eine heimische Spechtart, die keine Höhlen zimmern kann – auch brüten würden, gibt es aufgrund der regen Forstbewirtschaftung immer seltener. Das Hilfs angebot des Menschen nehmen beide Tierarten entsprechend gerne an. Für Wolfgang Zapf ist die Ansiedelung gefährdeter Arten seit jeher eine Herzensangelegenheit. Auch die Bayerischen Staatsforsten waren sofort mit Begeisterung dabei und stimmten dem Projekt zu. Ende April 2018 legte daher Dr. Ruth Dirsch, Mitarbeiterin im Leitungsdienst des Forstbetriebs Nürnberg, zusammen mit Wolfgang Zapf, Wolfgang Chunsek und Bernd Michl (beide LBV) den Grundstein für das gemeinsame Projekt. Die seltenen Vögel sollen zum Brüten in den trockenen, vegetationsarmen Sandgruben heimisch werden. www.lbv.de www.zapf-daigfuss.de VOGELFREUNDE: Dr. Ruth Dirsch, Mitarbeiterin im Leitungsdienst des Forstbetriebs Nürnberg, zusammen mit Wolfgang Zapf, Wolfgang Chunsek und Bernd Michl (beide LBV) beim Startschuss für das gemeinsame Brutprogramm gefährdeter Vogelarten. Deutschland – ROHR-IDRECO Bagger t +49 621 845590 e info@rohr-idreco.de Niederlande – ROHR-IDRECO Dredgers t +31 314 667001 e info@rohr-idreco.com w rohr-idreco.com *Saugbagger *Schwimmende Tiefgreifer *Eimerkettenbagger *Pumpe & Zwischenpumpenstatione *Schwimmende Förderbände *Parts & Services 5/2018 GESTEINS PERSPEKTIVEN