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GP 05/18

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22 MACH MAL WAS

22 MACH MAL WAS Gemeinsamer Einsatz für Kröte & Co. LEBENSRAUM: Auf den ersten Blick wirken sie unspektakulär, aber solche Schlammpfützen sind Überlebensbasis vieler Amphibienarten. Das Projekt „Amphibienschutz in der Rohstoffgewinnung“ nimmt weiter Fahrt auf. Vor wenigen Wochen unterzeichneten Vertreter des Tagebaus Fischer Vernich, der örtlichen Biostationen und des Verbandes der Bau- und Rohstoffindustrie (vero) in Weilerswist eine Erklärung zum Schutz gefährdeter Amphibienarten. Rohstoffgewinnungsflächen sind aufgrund ihrer räumlichen Abgeschiedenheit und Geländebeschaffenheit oft Rückzugsorte für Amphibien und andere Tiere, die woanders keinen passenden Lebensraum mehr finden. Daher hat vero im Mai 2017 eine gemeinsame Initiative mit dem Nabu NRW, den Biologischen BUNTBRACHE: Mit der Blühfläche ist ein Refugium für Vögel der Feldflur entstanden. Fotos: vero Stationen und den Unternehmen der Bau- und Rohstoffindustrie ins Leben gerufen. Unter dem Titel „Amphibienschutz in der Rohstoffgewinnung“ verpflichten sich die Unterzeichner einer solchen gemeinsamen Erklärung, den Lebensraum der bedrohten Arten zu schützen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen biologischen Stationen und dem Nabu. Als weitere Partner wollen nun der Tagebau Fischer Vernich und die Biologischen Stationen im Rheinland intensiv zusammenarbeiten, um gemeinsam spezielle Lebensräume für vom Aussterben bedrohte Amphibienarten zu schaffen und zu erhalten. Tagebau als Refugium Beate Böckels ist Expertin für Rekultivierung in der Holemans-Firmengruppe, zu der auch der Tagebau Fischer Vernich gehört. Sie erklärt: „Wegen der besonderen Bedingungen im Tagebau haben gerade wir als Unternehmen viele Möglichkeiten, Natur zu gestalten und seltene Arten zu unterstützen.“ So entpuppen sich Schlammpfützen bei näherem Hinsehen als Kinderstube für Amphibien. „Mit geringem Aufwand kann jeder Unternehmer Fortpflanzungsstätten, aber auch Überwinterungsmöglichkeiten und Verstecke für Kröten schaffen“, betont Markus Oberholz, Betriebsleiter im Tagebau. Um während der Gewinnungstätigkeit den Artenschutz ausreichend zu berücksichtigen, übernimmt die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft die ökologische Betriebsbegleitung. „Ohne die aktive Mitarbeit der Unternehmen der Rohstoffgewinnung wären wir nicht in der Lage, die Flächen optimal für die Kröten zu gestalten“, so Julia Zehlius, Biologische Station im Kreis Euskirchen. Weiterhin führt sie aus: „Im Kreis Euskir- GESTEINS PERSPEKTIVEN 5/2018

MACH MAL WAS 23 GEMEINSAM FÜR AMPHIBIENSCHUTZ: Die Wechselkröte gehört zu den stark gefährdeten Arten und auch die Kreuzkröte ist vom Aussterben bedroht. chen ist dies das erste Amphibienschutzprojekt seiner Art. Wir freuen uns darüber und hoffen auf viele Nachahmer.“ Brache wird zum Vogelparadies Dass der Tagebau Fischer Vernich insgesamt sehr aktiv in Sachen Renaturierung ist, zeigt eine Buntbrache nur wenige Hundert Meter neben dem Betrieb. Auf einer insgesamt 4 ha großen Fläche wurde eine bunte Blühfläche mit Klatschmohn, Kornblume, Ackerwildkräutern und Getreide geschaffen, die einen idealen Lebensraum für Feldlerche, Rebhuhn und Grauammer bietet. „Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes haben wir mit solchen Buntbrachen für die Vögel der Feldflur ganz hervorragende Ergebnisse erzielen können“, so Christian Chmela, Geschäftsführer der Biologischen Station Bonn/Rhein- Eft. Das Bewirtschaftungskonzept der Buntbrache erstreckt sich zunächst über sieben Jahre. Verantwortung als Botschaft Auch vero-Hauptgeschäftsführer Raimo Benger begrüßt den Erfolg der Initiative: „Bedarfsgerechte Rohstoffgewinnung ist heute längst nicht mehr das, was die Öffentlichkeit nach alten Mustern damit verbindet. Unsere Mitgliedsunternehmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Im Ergebnis liefern sie nicht nur Gesteinsprodukte für den Straßen- und Wohnungsbau, sondern schaffen parallel dazu naturnahe Landschaften aus zweiter Hand, die seltenen Arten Schutz bieten. Unser Verband wird sich auch in Zukunft gemeinsam mit dem Nabu und weiteren Kooperationspartnern dafür einsetzen, dass diese Botschaft als Ganzes in der Gesellschaft ankommt.“ www.vero-baustoffe.de QUALITÄT SEIT 65 JAHREN • Becherwerke • Schneckenförderer • Zellenradschleusen • Doppelwellenmischer RUSSIG Fördertechnik GmbH & Co. KG Auf dem Tigge 58 D-59269 Beckum UNTERZEICHNUNG der Vereinbarung durch die Partner: Beate Böckels, David Tigges (vero), Christian Chmela und Julia Zehlius (v.l.n.r.). T +49 2521 / 14091 F +49 2521 / 13621 www.russig.de 5/2018 GESTEINS PERSPEKTIVEN