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GP 05/16

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10 MITGLIEDERVERSAMMLUNGEN GESTEINSFACHGRUPPEN des BIV in Würzburg. Sand/Kies und Naturstein verbindet eine produktive Zusammenarbeit bei Fachthemen. Wichtige Weichen gestellt Am 13. Mai, einen reichlichen Monat vor der BIV-Gesamtmitgliederversammlung, trafen sich die Mitglieder der Fachabteilungen Naturstein- Industrie und Sand- und Kiesindustrie im Bayerischen Industrieverband Steine und Erden zu ihren Versammlungen im Schloss Steinburg in Würzburg. Eines der wichtigen Themen war die anstehende Strukturreform des BIV als Dachgremium der bayerischen Hersteller von mineralischen Rohund Baustoffen. Nach der Eröffnung durch den Fachabteilungsvorsitzenden Sand und Kies, Peter Sonnewald, warb Wolfgang Liebscher, zum Zeitpunkt Noch-Präsident des BIV, in seinem Grußwort erneut nachdrücklich für Zustimmung zur anstehenden BIV-Strukturreform und für eine rege Teilnahme an der Mitgliederversammlung Ende Juni in Bad Schachen. Beides sei Voraussetzung für einen zeitgemäß-schlagkräftigen BIV. „In Bayern gehen die Uhren etwas anders, und das soll auch so bleiben“, erinnerte Liebscher an die in der Vergangenheit erwirkten Sonderregelungen im Freistaat, die den Unternehmen in wesentlichen Teilen ein praxisgerechtes Agieren erleichtern. Dass sein Appell Erfolg haben würde, sollte sich Ende Juni erweisen. Die Schlagkraft zu stärken, das sei auch Anspruch bei MIRO, versicherte Dr. Gerd Hagenguth als Gast der Versammlung und Präsident des Bundesverbandes, und er nannte die dafür skizzierten Vorhaben. Üblicherweise gehen maßgeblichen Veränderungen umfangreiche Vorbereitungsarbeiten voraus. So brauchte beispielsweise der BIV nach neuem Konzept eine Satzung, die bei allen Fachgruppen Befürwortung fand und in der größeren Gemeinsamkeit mitgetragen werden kann. Dr. Bernhard Kling, Geschäftsführer der Fachabteilung Natursteinindustrie und designierter BIV- Hauptgeschäftsführer, erläuterte den Anwesenden die Eckpunkte des Satzungsentwurfes und ging innerhalb der Struktur auf das neue Zusammenwirken AKTEURE MIT GASTREFERENTEN, Mitstreitern und Ehrengästen der Versammlung. Fotos: gsz von Haupt- und Ehrenamt ein. Die Geschäftsverteilung orientiert sich an einer Themensäule und an einer Fachgruppensäule. Neben den Fachgruppen werden Geschäftsbereiche als unselbstständige Untergliederungen des Verbandes eingerichtet, deren Betreuung durch leitende Mitarbeiter der Geschäftsstelle sichergestellt sein soll. Die Geschäftsbereiche nehmen übergreifende Belange und Interessen der Mitglieder wahr, während sich die Fachgruppen den besonderen fachlichen Belange und Interessen ihrer Mitglieder widmen. Um das Vertretungsspektrum besser auch im Namen abzubilden als bisher, soll sich die Verbandsbezeichnung auf „Bayerischer Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden“ erweitern. Alles in allem Vorschläge, die auf Zustimmung bei den Gesteinsverbänden trafen. Ohnehin gilt deren bereits erprobtes Zusammenspiel bei gemeinsam betreffenden Fachthemen als Blaupause und Beispielgeber der neuen BIV-Gemeinsamkeit. Bekannte Themen, andauernder Einsatz Beim obligatorischen Rückblick auf die Tätigkeitsfelder berichtete Dr. Hermann Mader, Geschäftsführer der Fachabteilung Sand- und Kiesindustrie, zum Stand der Mantelverordnung, den er als Planspielteilnehmer und interner, langjähriger Kenner des gebündelten, aber auf der Stelle tretenden Verordnungsmarathons bis ins Detail überblickt und somit aus erster Hand reflektieren kann. Besonders relevant für die Gesteins- GESTEINS PERSPEKTIVEN 5/2016

MITGLIEDERVERSAMMLUNGEN 11 branche und in ihren Auswirkungen generell sei demnach die Tatsache, dass der derzeitige Stand der Mantelverordnung unter anderem dazu führen würde, dass von den bislang in Bayern zur Verfüllung eingesetzten etwa 27 Mio. t an Massen ungefähr 10 Mio. t jährlich aus dem Verfüllungsregime ausgeklammert sind, weil nur noch Boden mit höchsten Vorsorgewerten (Z0/Z0*) verfüllt werden darf. Auch wird der Organikgehalt massiv begrenzt, wenngleich natürlich gewachsener Boden oft deutlich höhere Werte aufweist. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass 10 Mio. t/a auf Deponien entsorgt werden müssen und dadurch die bayerische Deponiekapazität von 15 Jahren auf weniger als drei Jahre schrumpft. Diese Tatsache steht laut Dr. Mader im Raum, auch wenn das Planspiel – das als Mogelpackung startete und unliebsame Tatsachen umschiffen wollte – sie nur zu gerne unter den Tisch gekehrt hätte. Die Landkreise müssten demnach kurzfristig neue Deponien schaffen. Als weitere Konsequenz lässt sich die gesetzlich angestrebte Verwertungsquote von 70 % nicht mehr realisieren, das Bauen wird durch Entsorgungskosten, längere Transportwege und höhere Deponiegebühren teurer. Außerdem nähme die Umweltbelastung zu und Rekultivierungsverpflichtungen können nicht mehr im geplanten Umfang umgesetzt werden. Der Grundstückserwerb wird dadurch noch schwieriger; Neu- und Erweiterungsgenehmigungen sind gefährdet. – Eine ungute Kettenreaktion, die ihren Verursachern vermutlich nicht vollumfänglich bewusst ist. Die Brisanz der Thematik braucht deshalb auch in Zukunft die ungebrochene Aufmerksamkeit und ein ARBEITSTEAM mit übergreifenden Rollen bei den separaten Zusammenkünften und beim gemeinsamen Treffen. Mader-ähnliches Engagement von Verbandsvertretern, die Folgenabschätzungen einbringen können. Bei der Umsetzung der Bayerischen Kompensationsverordnung gab es in der Vergangenheit diverse Probleme in der Praxis, weshalb der Verordnungsgeber eine Arbeitshilfe entwickelte, die im Arbeitsentwurf wegen Nichtpraktikabilität beim Verband glatt durchfiel. Noch vor der Sommerpause sollte deshalb eine Neufassung vorliegen. Zu diesem Thema und zu den geplanten Gesprächen im Umweltministerium, 5/2016 GESTEINS PERSPEKTIVEN

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