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GP 04/18

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48 SORTIERUNG

48 SORTIERUNG FARBSORTIERUNG VON KIES. Linkes Foto: links aussortierter weißer Quarz, rechts der Rest, rechtes Foto: links hellgraues Gestein, rechts der Rest. In beiden Fällen ging es darum, möglichst helle Fraktionen zu erzeugen. Möglich wäre in einem weiteren Schritt aus dem Rest von „Hellgrau“ noch z. B. ein rotes Produkt auszusortieren. Fotos: Autor nische Klappen vorgenommen, wobei derzeit fast alle Hersteller auf Druckluftdüsen setzen. Prinzipiell ist nach der Detektion auch eine Sortierung eines gesamten Materialstroms zum Beispiel durch Umlenkklappen oder Reversierbänder möglich („Bulk-Sorting“). Eine mögliche Anwendung für Bulk-Sorting wäre z. B. das Ausschleusen von mürbsteinhaltigen Partien. Zusammenfassung und Ausblick Z WECK DER SENSORSORTIERUNG Einsätze für verschiedene Aufgabenstellungen Abtrennung von verunreinigtem Material vor der weiteren Aufbereitung Produktherstellung bzw. Herstellung unterschiedlicher Qualitäten Wiederaufbereitung alter Halden mit (groben) Anteilen von Wertmineral bzw. Wertgestein Abtrennung von schadstoffhaltigen Haufwerksbestandteilen (z. B. alkalireaktives Material) Zuweisung von Material zu spezifischen Aufbereitungslinien oder Verwendungszwecken (nach unterschiedlicher mineralogischer Zusammensetzung, Gesteinsqualität bzw. Störstoffgehalt) Die sensorgestützte Sortierung hat eine Reihe von Vorteilen, die ihren Einsatz besonders flexibel und umweltfreundlich machen. Sie ist, mit Ausnahme eventuell notwendiger Waschvorgänge, die meist deutlich weniger Wasser benötigen, als wenn Wasser als Trennmedium eingesetzt wird, grundsätzlich ein trocken arbeitendes Verfahren. Anlagen zur sensorgestützten Sortierung können vorteilhafterweise als Bypass zu bestehenden Anlagen platzsparend, z. B. in Containerbauweise, mobil oder semimobil errichtet und betrieben werden. Die denkbaren Einsatzmöglichkeiten der Sensorsortierung in der Steine- und Erdenindustrie sind vielfältig. Klassischerweise werden solche Verfahren derzeit hier angewandt, um aus farblich heterogenen Materialaufgaben aus Kies oder Naturstein farblich sortierte, homogene Produkte zu generieren. Ziel ist dabei stets die Erreichung einer höheren Wertschöpfung durch die Weiterverarbeitung besonders reiner Gesteinsfraktionen für höherwertige Anwendungen. Dazu gehört beispielsweise die Erzeugung weißer Quarzkiesfraktionen für metallurgische Anwendungen, die Herstellung von Aufhellermaterial oder auch die Trennung von Kalkstein und Dolomitanteilen. Gleichermaßen kann die Abtrennung von Störstoffen, wie etwa die Beseitigung mürber oder angewitterter Gesteinsanteile, schwerer Holzteile (die mit Dichtesortierung nicht entfernbar sind) oder von eisenoxidhaltigen Beimengungen beziehungsweise Tonklumpen den Impuls für die Integration sensorgestützter Sortierverfahren liefern. Eine Trendanalyse zeigt, dass das Potenzial der sensorgestützten Sortierung bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Bei der Weiterentwicklung der bestehenden Systeme wurde bislang der Fokus stark auf die Auswahl und Anpassung geeigneter Sensoren gelegt. Nach den vorliegenden Betriebserfahrungen wurde jedoch deutlich, dass Effizienzeinbußen und Stillstände oftmals nicht von der Sensorik, sondern vor allem durch mechanische Probleme wie Verschmutzungen, Staubentwicklung, Austragsfehler und Verschleiß verursacht wurden. Demzufolge werden bei Maschinenherstellern, Betreibern und Forschungseinrichtungen alle vier Sub-Prozesse in die Weiterentwicklung und Verbesserung des Gesamtsystems einbezogen: Materialvorbereitung, Zuführung und Vereinzelung, Detektion und Evaluation sowie die mechanische Ausschleusung der Partikel. Die Entwicklung der sensorgestützten Sortierung bei den Maschinenherstellern ist markt- bzw. bedarfsgetrieben, das heißt, es werden Lösungen entwickelt, wenn es eine Nachfrage für eine bestimmte Sortieraufgabe gibt und entsprechende Verkaufszahlen zu erwarten sind. Die auf der Hand liegenden Vorteile einer Anwendung der sensorgestützten Sortierung im Hinblick auf Ressourceneffizienz, Produktqualität und Wirtschaftlichkeit werden – nach dem Erfolg dieser Technik in der Sekundärrohstoffaufbereitung – inzwischen auch von immer mehr Betrieben der Mineralstoffindustrie erkannt und die Absatzzahlen steigen stetig, was von einem zunehmenden Vertrauen in die Robustheit und Betriebstauglichkeit der Technik zeugt. Auch die Anwendungsmöglichkeiten der Technologie im Bereich der Steineund Erdenrohstoffe sind vielfältig. Da hier im Gegensatz zur Sparte der Industrieminerale die Wertschöpfung im Schnitt geringer ist, wird der Wille zum Einstieg in erweiterte, margenstärkere Vermarktungswege letztlich die Schlüsselgröße dafür sein, ob eine Investition in derartige Sortiereinheiten getätigt werden soll. Ein Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Hermann Wotruba, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Aufbereitung mineralischer Rohstoffe an der RWTH Aachen University amr.rwth-aachen.de REFERENZEN & LITERATUR 1 Wotruba, H.; Harbeck, H. (2011): Sensor-Based Sorting, Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry, 7th Edition, DOI: 10.1002/14356007. b02_18.pub2 2 Pretz, T.; Wotruba, H.; Nienhaus, K. (2011): Applications of Sensor-based Sorting in the Raw Material Industry; Shaker Verlag ISBN-10: 3844005854 3 Wotruba, H.: Sensortechnik: Stand der Technik und Ausblick, EUMICON 2012 4 Wotruba, H.; Robben, M.: Near-infrared Sorting for Minerals, SBS Conference Aachen 2010 GESTEINS PERSPEKTIVEN 4/2018

Sennebogen 825E_RecyclingAktiv.indd 1 30.05.2017 07:21:04 SORTIERUNG Fachinformationen aus erster Hand druckfrisch … 49 E 43690 Ausgabe 4/2017 52. Jahrgang | Nr. 03 | April-Mai 2017 Die Fachzeitschrift für Recycling-Industrien Ausgabe 3/2017 Offizielles Organ des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe und seiner Landesverbände Fachzeitschrift für Herstellung und Einbau von Asphalt PRODUCTIVITY PARTNERSHIP FOR A LIFETIME Image: © www.fotopizza.com HÖCHSTE LEISTUNG BEI GRÖSSTMÖGLICHER FLEXIBILITÄT ZUR SACHE Junge Großdenker Arbeitgeber der Zukunft begrüßen Fachnachwuchs zur steinexpo MACH MAL WAS Politische Arbeit Initiative für Branchenwahrnehmung – MIRO-Präsenz auf Parteitagen NASSGEWINNUNG Starke Geräte Restkiese und -sande aus Lagerstätten zuverlässig gewinnen PRAXIS Überlegte Investitionen Praktische Funktionalität entscheidet über neu oder „fast wie neu“ • Ländlicher Wegebau Neues Regelwerk ist da • Asphaltstraßentagung Interview mit Bernd Nolle • Asphaltseminar 2017 Fachaustausch auf hohem Niveau ELEKTROBAGGER FÜR EFFIZIENTES RECYCLING GP Gesteins-Perspektiven Einzelpreis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8,– € (zzgl. Versandkosten und ges. MwSt.) Jahres-Abo Inland . . . . . . 52,– € (inkl. Versandkosten, zzgl. ges. MwSt.) Jahres-Abo Ausland . . . . 62,– € (inkl. Versandkosten) asphalt Einzelpreis . . . . . . . . . . . . . . . . . .18,– € (zzgl. Versandkosten und ges. MwSt.) Jahres-Abo Inland . . . . . 106,– € (inkl. Versandkosten, zzgl. ges. MwSt.) Jahres-Abo Ausland . . . 115,– € (inkl. Versandkosten) recycling aktiv kostenfrei … oder auch online! Alle Zeitschriften sind als E-Paper verfügbar mit Zugang zum digitalen Heftarchiv. webkiosk.stein-verlagGmbH.de Stein-Verlag Baden-Baden GmbH, Josef-Herrmann-Straße 1–3, D-76473 Iffezheim Tel.: +49 7229 606-0, Fax: +49 7229 606-10, infoSTV@stein-verlagGmbH.de, 4/2018 GESTEINS www.stein-verlagGmbH.de PERSPEKTIVEN

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