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GP 04/17

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38 MACH MAL WAS Partner

38 MACH MAL WAS Partner für Rohstoffgewinnung mit Amphibienturbo GEMEINSAMKEIT LEBEN: Die Erklärung zum „Amphibienschutz in der Rohstoffgewinnung“ wurde am 8. Mai 2017 von den beteiligten Partnern unterzeichnet. ERSTUNTERZEICHNER: Robert Lindemann-Berk, geschäftsführender Gesellschafter der Quarzwerke (vorn), setzt mit seiner Unterschrift eine generationenübergreifende Familientradition fort. Hinten v.l.n.r. Josef Tumbrinck, Raimo Benger und Christian Chmela, Leiter der zuständigen Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft. Den Artenschutz als gemeinsames Anliegen in enger Abstimmung zu fördern, ist Gegenstand einer Erklärung mit dem Titel „Amphibienschutz in der Rohstoffgewinnung“, die am 8. Mai 2017 feierlich in der Hauptverwaltung der Quarzwerke GmbH in Frechen vom NABU NRW, dem Verband der Roh- und Baustoffindustrie, vero, und sechs biologischen Stationen als Rahmenvertrag unterzeichnet wurde. Parallel absolvierte diese Willensbekundung direkt ihren ersten Schritt in die Praxis: Robert Lindemann-Berk, geschäftsführender Gesellschafter der Quarzwerke-Gruppe, unterzeichnete die Vereinbarung mit der konkreten Absicht, den Lebensraum von spezialisierten Amphibien zu fördern, als erster Vertreter der nordrhein-westfälischen Rohstoffwirtschaft. Abgrabungsamphibien heißen im Sprachgebrauch der biologischen Stationen jene Vertreter der an Land und im Wasser lebenden Tierklassen, die nicht überall vorkommen, sondern sich auf spezielle Lebensräume spezialisiert haben. Zu diesen Spezialisten gehören vor allem Wechsel- und Kreuzkröte, Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte. Da gerade deren natürliche Lebensräume aber in der mitteleuropäischen Landschaft weitgehend verloren gegangen sind, bilden Rohstoffgewinnungsstätten speziell für diese Arten bedeutende Rückzugsräume, die sie zur Fortpflanzung, als Verstecke und für Winterquartiere – kurzum: zum Überleben – benötigen. Diese Tatsache ist nicht neu, sondern seit Längerem bekannt. Auch gab es bereits sehr erfolgreiche Einzelkooperationen zum Schutz dieser und anderer Arten, nun aber wurde für die Zusammenarbeit in NRW ein gänzlich neuer Ansatz gewählt, der neben der Willenserklärung eine sehr produktive Umsetzung in der Praxis verspricht. Beteiligte Unternehmen erhalten nämlich eine eingehende fachliche Begleitung durch die für sie räumlich zuständige Biologische Station. In Kooperation werden auf dieser Basis konkrete Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der genannten Arten geplant und umgesetzt sowie – ganz entscheidend für das Miteinander im Win-win-Modus – mit der Rohstoffgewinnung in Einklang gebracht. Als sehr nützlich dürfte sich in der Umsetzung noch erweisen, dass die Erklärung nicht als bloße Willensbekundung im Raum steht, sondern parallel ein leicht verständlicher Leitfaden zur Unterstützung der Abgrabungsamphibien in der Rohstoffgewinnung NRWs entwickelt wurde. Das Kooperationsprojekt mündet damit in eine praktische Anleitung für Unternehmen. Eindrucksvoll stellt die Broschüre dar, mit welch einfachen Mitteln die Ansiedlungsdynamik der anspruchsvollen Spezialisten unter den Amphibien gefördert werden kann. Damit, und im Wissen um die fachliche Betreuung durch die Biologen der Stationen im Umfeld, hat die Initiative bereits GESTEINS PERSPEKTIVEN 4/2017

MACH MAL WAS 39 BESONDERER DANK des vero an die Treiber der Initiative, die letztlich in die unterschriebene Erklärung mündete. Fotos: gsz vom Start weg viel Zustimmung erfahren. Nach den erstunterzeichnenden Quarzwerken stehen laut vero bereits zehn weitere Unternehmen aus NRW zur Unterschriftsleistung bereit. Als Wirtschaftsvertreter und Gastgeber der Kick-off-Veranstaltung betonte Robert Lindemann-Berk in seiner Rede: „Es ist toll, zu sehen, was solch eine Grube hervorbringen kann – und wozu sie noch weiter in der Lage ist, wenn man es nur gemeinsam will.“ Es sei stets ein Grundsatz der bereits mehrere Generationen umfassenden Familientradition gewesen, sich zu jeder Zeit den besten Fachrat einzuholen, den man bekommen konnte, um die Rohstoffgewinnung mit möglichst „schönen Folgen zu verknüpfen“. Zweifelsfrei haben hier die geltenden Meinungen und Erfahrungswerte zu unterschiedlichen Zeiten zu ganz unterschiedlichen Empfehlungen geführt. „Geblieben ist“, so Robert Lindemann- Berk „dass wir weiter an diesem Ziel arbeiten und dabei auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Fachleuten des Naturschutzes setzen. Wir lernen gerne dazu, denn unser Bemühen, alles richtig zu machen, ist groß.“ Seitens des impulsgebenden regio- RAUPENMOBILE PRALLBRECHANLAGE MIT SIEBEINHEIT GIPOKOMBI RC 130 FDR NEU MIT INNOVATIVEM BRECHER-DIREKTANTRIEB GIPO AG Industriegebiet See, Zone C, Kohlplatzstrasse 15, CH-6462 Seedorf T +41 41 874 81 10, F +41 41 874 81 01 info@gipo.ch, www.gipo.ch 4/2017 GESTEINS PERSPEKTIVEN

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