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GP 04/16

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32 MOBIL AUFBEREITEN

32 MOBIL AUFBEREITEN Staubminderung an mobilen Aufbereitungsanlagen ANLAGENZUG von der Beschickung bis zum Materialaustrag: Betrieb mit eingeschaltetem Sprühsystem. BETRIEB des gleichen Anlagenzuges bei ausgeschaltetem Niederdrucksprühsystem. Die Entwicklung von Staub ist eine unangenehme Erscheinung, die möglichst effektiv eingedämmt werden sollte. Das trifft auch beim Einsatz mobiler Anlagentechnik zu. Die gezielte Bedüsung mit Wasser ist dafür eine Möglichkeit, deren Wirksamkeit jetzt in diversen Messreihen untersucht wurde. Bei der Aufbereitung von Gesteinsmaterialien mit mobilen Anlagenzügen entsteht Staub, der je nach Aufgabegut auch Quarz enthalten kann [1]. Für alveolengängigen Staub (A-Staub) und einatembaren Staub (E-Staub) gelten als allgemeine Staubgrenzwerte der TRGS 900 für A-Staub 1,25 mg/m 3 und für E- Staub 10 mg/m 3 [2]. Der ehemalige Grenzwert für Quarz im A-Staub von 0,15 mg/m 3 wird weiterhin zur Beurteilung der Exposition am Arbeitsplatz herangezogen. Im August 2015 wurde durch den Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) ein Beurteilungsmaßstab (BM) für Quarz im A-Staub von 0,05 mg/m 3 beschlossen. Eine Umsetzung des AGS- Beschlusses zum Beurteilungsmaßstab erfolgt derzeit durch die Überarbeitung der TRGS 559, die die Schutzmaßnahmen konkretisiert. Zur Staubminderung an mobilen Aufbereitungsanlagen ist der Einsatz von Wasser eine auch nachträglich einfach zu realisierende Lösung, die sich durch eine hohe Betriebsfestigkeit auszeichnet. Die ausgewählten Düsen müssen jedoch zur vorhandenen Wasserqualität passen und der Einbau ist an geeigneten Stellen durchzuführen, an denen die Düsen vor Beschädigung geschützt sind [3]. Zudem ist eine kontinuierliche Wasserversorgung zu gewährleisten und die eingesetzte Wassermenge muss je nach Material und Materialstrom ausreichend groß sein. Backenbrecher MC120 (Primärbrecher) Kegelbrecher MCO11 (Sekundärbrecher) Siebanlage 0/32 mm 32/45 mm 45/63 mm Die Ableitung des Wassers kann mit dem Materialstrom zusammen erfolgen. Der Einsatz der Sprühdüsen mit Wasser bewirkt zwei physikalische Effekte, die den Staubaustrag reduzieren. Der primäre und wichtigste Effekt ist die Befeuchtung des Materials, sodass deutlich weniger Staub entsteht [1], [4]. Mit denselben Sprühdüsen kann bei einer POSITIONEN der optischen Partikelzähler am Untersuchungsort. Fotos: IPT an der Bergischen Universität Wuppertal (Kaul/ Klenk) Ausgabegut Sprühdüsen Wassereinsatz 0/150 mm 9 mal Lechler 216.364.30 (davon 7 in Betrieb) 1 mal Lechler 606.30.CE 0/45 mm 2 mal Lechler 216.364.30 2 mal Lechler 302.464.30 keine gesamt 1,1 l/min gesamt 1,0 l/min gesamt 0,9 l/min gesamt 1,7 l/min Überblick Technische Details zum Anlagenzug und zu den verwendeten Sprühdüsen GESTEINS PERSPEKTIVEN 4/2016

MOBIL AUFBEREITEN 33 entsprechenden Positionierung als sekundärer Effekt gleichzeitig verhindert werden, dass der noch verbliebene Staub aus der Aufbereitungsanlage ausgetragen wird [5], [6]. Untersuchung zum Staubminderungspotenzial von Sprühdüsen Die Berufsgenossenschaft für Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI), das Institut für Gefahrstoffforschung (IGF) und das Institut für Partikeltechnologie an der Bergischen Universität Wuppertal (IPT) haben eine mehrstufige mobile Aufbereitungsanlage der Marke Kleemann auf dem Betriebsgelände von Schwinger Granit in Nittenau hinsichtlich der Möglichkeit zur Staubreduzierung mithilfe von Sprühdüsen untersucht. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Quarzgehalt der einatembaren und alveolengängigen Stäube. Der gesamte Anlagenzug bestand aus einem Primärbrecher (Backenbrecheranlage) und einem Sekundärbrecher (Kegelbrecheranlage), einem Drei-Deck-Sieb sowie zwei mobilen Bandförderanlagen zum Abtransport des gebrochenen Materials bzw. zum Rücktransport eines Materialteilstroms zum Sekundärbrecher. Die Beschickung des Anlagenzuges oblag einem 48 t schweren Bagger, zum Abräumen der Materialhalden kam ein Radlader mit einer 5 m 3 Schaufelkapazität zum Einsatz. An beiden Brechern wurden zur Minderung der Staubemissionen unterschiedliche Sprühdüsen eingebaut. Der Minderungserfolg stellt anhand des visuellen Eindrucks nur ein erstes Indiz für eine erfolgreiche Staubminderung dar, da die relevanten Stäube (E-Staub, A- Staub, PM10 und PM2.5) nicht sichtbar sind. Erst eine Überprüfung mithilfe geeigneter Messtechnik zeigt die kompletten Ergebnisse. Die technischen Details zum Anlagenzug sind tabellarisch auf Seite 32 dargestellt. Der Wassereingangsdruck lag bei 4,5...6,5 bar und der gesamte Wasservolumenstrom bei 4,7 l/min. Während der Versuche wurden durchschnittlich 240 t/h der Körnung 0/45 mm produziert. Der primäre Effekt der Emissionsminderung durch die Sprühdüsen liegt in der Befeuchtung des Aufgabe- und Austragsmaterials an den beiden Brecheranlagen. Diese Materialbefeuchtung wirkt sich auf den gesamten Anlagenzug mit allen Bestandteilen aus und kann optisch deutlich wahrgenommen werden, wie der direkte Vergleich der Fotos auf Seite 34 oben zeigt. Zur Bewertung der Staubkonzentrationsänderung durch die Verwendung von Sprühdüsen wurden zwei Versuchsreihen durchgeführt. Dafür wurden: 1. alle Sprühdüsen in einem Wechselintervall von 30 min ein- bzw. ausgeschaltet und 2. die Sprühdüse oberhalb des Brechwerkes des Primärbrechers (1 l/min) in unterschiedlichen Intervallen einbzw. ausgeschaltet, während die restlichen Düsen durchgehend eingeschaltet waren. Durch die kurzen Schaltintervalle kann davon ausgegangen werden, dass Beeinflussungen wie wechselnde Windrichtungen keinen nennenswerten Einfluss auf die Aussagen zur Staubminderung haben. In allen Varianten Hält den Siebbelag clean Schützt vor Verschleiß Umbau auf Planwechselsiebsysteme Ludwig Krieger GmbH seit 1879 Draht- und Kunststofferzeugnisse Am Storrenacker 15 D - 76139 Karlsruhe Tel. 0721 / 96242-0 info@kriegersiebe.de www.kriegersiebe.de 4/2016 GESTEINS PERSPEKTIVEN

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