Aufrufe
vor 2 Jahren

as 05/16

  • Text
  • Asphalt
  • Einbau
  • Deutschland
  • Technik
  • Beispielsweise
  • Deutlich
  • Anforderungen
  • Deutschen
  • Fertiger
  • Farbigen

32 Technik Wirtgen Group

32 Technik Wirtgen Group Die Airbase ist wieder startklar Die geballte Power im Einsatz für den Fliegerhorst Büchel: Maschinen von Wirtgen, Vögele und Hamm sowie Asphaltmischanlagen von Benninghoven meistern die Erneuerung der Deckschicht und übergeben die Start- und Landebahn termingetreu. Die Basis dafür legen eine minutiös geplante Baustellenlogistik, die Zuverlässigkeit und Präzision der Technik und das Engagement der beteiligten Bauunternehmen. Am Fliegerhorst Büchel, auf den Höhen der Eifel gelegen, finden jeden Monat durchschnittlich 200 Starts und Landungen von Tornados statt. Hinzu kommen auch Flüge großer Transportflugzeuge. Nach gut zehn Jahren Flugbetrieb und mehreren harten Wintern zeichnete sich auf der Start- und Landebahn die drohende Gefahr der Beschädigung durch „Foreign Object Damage (FOD)“ ab. Dabei handelt es sich um die Beschädigung eines Flugzeugs durch Fremdobjekte, zum Beispiel durch das Einsaugen von Mineralkörnern, die sich aus dem Die Kabine lässt sich rechts wie links über die Nullkante hinausbewegen und sorgt für beste Sicht auf das Geschehen. Asphalt lösen und die Triebwerke beim Anlassen zerstören. Deshalb sind sie gefürchtet bei den Flugplatzbetreibern. Nachdem in Büchel vereinzelt lose Fragmente mit bis zu 5 cm Durchmesser auf der Startbahn gefunden worden waren, begann man mit der Planung der Sanierung der etwa 4,5 cm dicken Asphaltdeckschicht, die mit einem rund 0,5 cm starken Antiskid-Belag überzogen war. Im Rahmen der Planung betrachtete das Ingenieurbüro Brenner aus Hennef verschiedene Sanierungsvarianten. Den Zuschlag erhielt die Erneuerung der Deckschicht mit Splittmastixasphalt. Dieser Baustoff bietet gegenüber herkömmlichen Deckschichtaufbauten eine deutlich höhere Griffigkeit, ist dauerhaft und hochverformungsbeständig. Fräsen mit Feinstfräswalzen Für den Einbau der neuen Asphaltdeckschicht brachte der Generalunternehmer Juchem Asphaltbau erstklassiges Gerät aus dem Hause VÖGELE mit nach Büchel. Die Arbeiten begannen mit dem Ausbau der beschädigten Asphaltoberfläche durch Wirtgen-Kaltfräsen, und zwar in zwei Arbeitsgängen: Die obersten 5 bis 10 mm waren vom Antiskid-Belag durchzogen und mussten separat entsorgt werden. Darum wurde die obere Schicht mit Feinstfräsen exakt 10 mm tief abgefräst: genug, um die gesamte Schicht zu erfassen und gleichzeitig das Volumen an Sondermüll so gering wie möglich zu halten. Ein Job für Wirtgen-Fräsen vom Typ W 210i, beide ausgestattet mit einer Mikrofeinfräswalze mit 1.008 Meißeln, verteilt auf eine Fräsbreite von 2 m. Bei einer solchen Präzisionsarbeit ist natürlich eine exakte Nivellierung entschei- 5|2016

Technik 33 dend. Für die präzise Einhaltung der Frästiefe sorgt bei den Großfräsen die Nivellierautomatik Level Pro: Die Höhenverstellung erfolgt über die Hubsäulen der vorderen und hinteren Fahrwerke, wobei alle Fahrwerke hydraulisch gekoppelt sind. Fährt eines der Fahrwerke über eine Erhebung oder durch eine Vertiefung, gleichen die anderen Fahrwerke den entstehenden Höhenunterschied automatisch aus. Durch dieses Prinzip der Vierfach-Pendelung passt sich die Maschine immer automatisch dem Untergrund an. Die beiden Großfräsen mit je 537 kW Leistung an Bord arbeiteten sich mit einem Vorschub von rund 25 m/min durch den Asphalt. Fast ebenso flink war hinter ihnen eine noch größere Kaltfräse unterwegs: eine W 250 mit 3,80 m Fräsbreite. Sie trug in einem zweiten Arbeitsschritt die restliche Asphaltdeckschicht in einer Stärke von etwa 3,5 cm ab. Übrigens: Alle drei Kaltfräsen arbeiteten mit je zwei Dieselmotoren. Das Prinzip: Ein Motor ist als Antrieb für alle Funktionsgruppen immer in Betrieb, der zweite Motor wird nur bei Bedarf aktiviert. Eine besondere Herausforderung lag darin, für ausreichend Wassernachschub zu sorgen. Das Wasser wird im Fräskasten eingedüst, um Staub zu binden und die Fräsmeißel zu kühlen. In jeder der Großfräsen sorgen zwei separate Wassersprühleisten mit leistungsabhängigem Wasserdruck sowie stufenlos einstellbarer Wassermenge für eine optimale Meißelkühlung. Für alle drei Fräsen zusammen wurden täglich etwa 60.000 l Wasser benötigt – eine nicht alltägliche Menge. Nachdem die kompletten 103.000 m² der Asphaltdeckschicht nach vier Arbeitstagen abgetragen waren, begannen Vögele-Fertiger und Hamm-Walzen mit dem Einbau und dem Verdichten der neuen Deckschicht. Einbau von 23 m heiß an heiß Für den Einbau der neuen Asphaltdeckschicht brachte der Generalunternehmer Juchem Asphaltbau zwei Vögele-Fertiger – ein Super 2100-2 und ein Super 2100-3i – beide mit einer starren, 11,50 m breiten Bohle SB 250 TV ausgestattet, mit nach Büchel. Um einen kontinuierlichen Einbau und maximale Qualität der Asphaltdecke zu erzielen, arbeitete vor jedem Fertiger ein Vögele-Beschicker. Der jüngste der beiden Fertiger, der Super 2100-3i, war erst im Mai an Juchem Asphaltbau ausgeliefert worden und ging auf dem Flugplatz das erste Mal in Kombination mit einer starren Bohle an den Start. In nur einem Tag entstand die Deckschicht auf der rechten Außenbahn der 2,3 km langen Piste. Am zweiten Tag gingen der Super 2100-3i und der Super 2100-2 mit je einem Vögele-Beschicker an den Start. Das Doppelpack bot ein eindrucksvolles Bild, denn die beiden Fertiger produzierten heiß an heiß mit einem Vorschub von 2,5 bis 4 m/min eine insgesamt 23 m breite Asphaltdecke ohne Naht in der Mitte. Dies ist wichtig für die Haltbarkeit der Deckschicht im mittleren, am stärksten belasteten Bereich der Start- und Landebahn. Abschließend vollendete der Super 2100-3i mit Beschicker die Asphaltfläche an der linken Außenbahn mit noch mal 11,25 m Einbaubreite. So entstand eine 46 m breite Asphaltdecke mit einer konstanten Querneigung von 1,4 % und nur zwei echten Nähten weit außerhalb der Mitte. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor beim Einbau großer Asphaltmengen ist die Zusammenarbeit zwischen Fertiger und Beschicker. In Büchel kam neben einem Vögele MT 1000-1 auch ein MT 3000-2i PowerFeeder zum Einsatz, den die Firma Werwie aus Konz zusammen mit einem Super 2100-2 auf die Baustelle gebracht hatte. Dieser Hochleistungsbeschicker überzeugt durch seine riesige Mischgut-Aufnahmekapazität: Zusammen mit dem Fertiger kann er bis zu 40 t Mischgut vorrätig halten. Mitverantwortlich für die Qualität ist auch die zuverlässige, robuste Abstandsregelung zwischen Fertiger und Beschicker. Der PowerFeeder ist dafür mit einem System aus drei Einzellasern an der Unterseite des Förderbandes ausgestattet. Damit bleibt der Abstand zwischen Beschicker und Fertiger konstant. Für zusätzliche Sicherheit sorgt der Auffahrschutz. Er stoppt bei Kollisionsgefahr den Fertiger und vermeidet so einen eventuellen Zusammenstoß. Mit zehn Walzen im Einsatz Hinter den beiden Fertigern sorgten zehn Walzen von Hamm für eine neue, hochwertig verdichtete Deckschicht. Dazu setzten Juchem und Werwie auf knickgelenkte Walzen aus der Serie HD+ bzw. HD mit Einsatzgewichten zwischen 9 und 12 t – davon vier Walzen mit Oszillationsbandagen. Ein wichtiges Merkmal der Serie HD+ ist die gute Sicht aus der Kabine. Nichts in der komplett verglasten Kabine stört. Stattdessen haben die Fahrer die Baustelle, ihren Arbeitsbereich und die Bandagen stets im Blick. Dies trägt wesentlich zum hohen Sicherheitsniveau der Walzen bei. „Die hervorragende Übersicht ist einer der Gründe, warum die Kunden sehr gerne die Walzen der Serie HD+ bei uns mieten“, erklärt Matthias Beckmann, Mietparkleiter bei Werwie. Darüber hinaus sind die großen, schweren Walzen der Serien HD und HD+, die in Büchel zum Einsatz kamen, insbesondere für ihre enorme Flächenleistung Fotos: Wirtgen Group Dank flexibler Ausziehanbauteile kann auch bei starren Bohlen jede beliebige Zwischengröße realisiert werden. 5|2016

Archiv Fachzeitschriften