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28 Intern 01 02

28 Intern 01 02 Gelungene Veranstaltung in Bamberg Die Frage nach Einigkeit und Geschlossenheit stand am 23. und 24. Juni nicht nur in Bamberg im Vordergrund. Auch in dem knapp 1.000 km entfernten London wurde an diesen Tagen viel über ein „Gemeinsam“ diskutiert. Denn parallel zur bayerischen Regionalversammlung des Deutschen Asphaltverbandes (DAV) fand in Großbritannien das EU-Referendum statt. Die Kluft zwischen beiden Ereignissen hätte nicht größer sein können. Während auf der Insel gegen das gemeinsame Ziel gestimmt wurde, hob Rainer Hohenwarter, Vorsitzender der Regionalvertretung Bayern des DAV, in seiner Begrüßungsansprache die Einigkeit in der Asphaltindustrie hervor: „Wir haben einen starken Branchenverband mit sehr guten Strukturen!“ Und dies sei auch notwendig, denn mit der kartellrechtlichen Zulässigkeit von Liefergemeinschaften und der kontinuierlichen Messung von Cgesamt Ullrich Debus (r.) bedankt sich bei Organisten Georg Hagel (l.). liegen gleich zwei Themen auf dem Tisch, die die Branche und hier insbesondere den Mittelstand bedrohen, wie Hohenwarter ausführte. Damit war ausreichend Diskussionsstoff für die Fachveranstaltung und die Pausen gegeben. Nach der Mitgliederversammlung folgte der öffentliche Teil der Regionalversammlung. Klaus H. R. Wild berichtete über die Arbeit der GSV Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung e. V. in Bayern. In seinem launigen Vortrag hob der Landesbeauftrage der GSV hervor, dass er derzeit 28 Projekte im Freistaat betreue. „Wir haben unser Ohr bei den Bürgern und geben lebhaft die Sorgen und Nöte der Bürgerinitiativen wieder“, so Wild. Bezüglich der Lebhaftigkeit bestand angesichts seines engagierten Vortrages, in dem er verschiedene Projekte der GSV vorstellte, kein Zweifel. Den fachlichen Abschluss des ersten Tages bildete Ministerialdirigent Karl Wiebel, Leiter der Abteilung Straßen- und Brückenbau bei der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr. Die ursprünglich lediglich als Grußwort gedachte Ansprache weitete Wiebel auf Wunsch der Teilnehmer spontan aus und formulierte die kurzfristigen Erwartungen und langfristigen Ziele seiner Behörde. Und gerade bei Letzteren hat er klare Vorstellungen: „Innerhalb der nächsten zehn Jahre wollen wir in Bayern die Infrastruktur so weit voranbringen, dass alle Straßen über dem kritischen Erhaltungswert liegen.“ Der derzeitige Investitionshochlauf sende deutlich positive Signale, allerdings, so Wiebel weiter, sei es in Deutschland immer schwieriger, Baurecht zu erhalten. „Unverhältnismäßiger Umwelt- und Artenschutz, die Wasserrahmenrichtlinie und die Seveso-III-Richtlinie machen uns als Planer und ausschreibender Stelle große Sorgen“. Die Einführung einer Bundesinfrastrukturgesellschaft wird bei der Obersten Baubehörde kritisch gesehen. „Eine Optimierung der Landesauftragsverwaltung sehen wir positiv, deren Abschaffung ergibt hingegen keinen Sinn“, fasste Wiebel den bayerischen Standpunkt zusammen. Denn, seiner Auffassung nach solle der Bund steuern und kontrollieren, aber nicht im operativen Geschäft tätig sein. Mehr Einsatz, vor allem finanzieller Art, forderte Wiebel hingegen vom Bund, wenn es um die Planung von Bauprojekten geht: „Der Bund muss sich noch viel mehr an den Planungskosten beteiligen, damit wir mehr baureife Projekte haben“. Denn derzeit sei es so, dass die Kosten für Planung fast ausschließlich von den Ländern getragen werden. In Bayern stiegen die Bundesinvestitionen verglichen mit den übrigen Bundesländern überproportional. 2016 wird der Bund insgesamt rund 1,2 Mrd. Euro investieren, was eine Steigerung zum Vorjahr um fast 40 % bedeutet. „Es wird nicht ganz einfach sein, diesen Investitionshochlauf zu stemmen, aber wir schaffen das gemeinsam“, rief Wiebel seine Zuhörer am Ende auf. Im Anschluss an das Fachprogramm hatten sich alle Teilnehmer etwas Ablenkung verdient. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Bamberger Altstadt und einem kurzen Orgelkonzert in der „Oberen Pfarre“ klang der Abend bei einem zünftigen bayerischen Imbiss aus. Der nächste Tag stand im Zeichen des technischen Erfahrungsaustausches mit der Obersten Baubehörde. Hierfür stand Ministerialrat Siegfried Scheuer zur Verfügung. Nach einer kurzen persönlichen Einschätzung des Brexit ging es tief hinein in technische Themen. Zunächst beschäftigte Scheuer sich mit der Wiederverwendung von Ausbauasphalt und stellte klar: „Egal ob 5|2016

Intern 29 03 04 05 mit oder ohne Asphaltgranulat, die hohen Qualitätsstandards müssen in jedem Fall eingehalten werden.“ Dafür sei beispielsweise auch die Vorlage eines aktuellen Haldenplans notwendig. Denn nur ein funktionierendes Haldenmanagement sichere die Einhaltung der Standards. Auf die Anfrage, was mit dem vielen Ausbauasphalt geschehen solle, zeigte sich Scheuer ob der Menge überrascht. „Da müssen wir eine Lösung finden, denn so viele Feldwege können wir ja gar nicht bauen“, versprach er. Betreffend der thermischen Verwertung von teer- und pechhaltigen Ausbaustoffen kündigte er Testläufe in Bayern an, um das Verfahren mit Verbrennung in Rotterdam auf seine Praktikabilität hin zu prüfen. Beim nächsten Thema – Griffigkeit – erhielt Scheuer Unterstützung von Dr. Thomas Wörner von der TU München. Wörner wurde von der Obersten Baubehörde mit Untersuchungen beauftragt, die ergaben, dass 2013/2014 bei 10 % der neuen Asphaltdeckschichten eine zu geringe Griffigkeit festgestellt wurde. 2012 waren es nur 2,5 %. „Wir sind nicht bereit, diese signifikante Steigerung kommentarlos hinzunehmen“, so Scheuer, suchte aber gleichzeitig auch den Schulterschluss mit der Branche: „Wir werden hier im gemeinsamen Dialog eine Lösung finden.“ In seinen Schlussworten bedankte sich Hohenwarter für die rege Teilnahme. „Die Veranstaltung hat eine steigende Teilnehmerzahl. Das ist ja auch ein Zeichen für die hohe Akzeptanz des Verbandes in Bayern“, so der Regionalvorsitzende und lud alle Interessierten aus Unternehmen und Verwaltung für die Veranstaltung 2017 ein. Denn, und das wurde sowohl in den Vortrags- als Bild 01 Rainer Hohenwarter, Regionalvorsitzender: „Wir haben einen starken Branchenverband mit sehr guten Strukturen!“ Bild 02 Ministerialdirigent Karl Wiebel formulierte die kurzfristigen Erwartungen und langfristigen Ziele seiner Behörde. Bild 03 Ministerialrat Siegfried Scheuer (l.) und Dr. Thomas Wörner (r.) beim technischen Erfahrungsaustausch. Bild 04 André Täube, Geschäftsführer DAV, schaltete sich in die Diskussion ein. Bild 05 Klaus H. R. Wild (l.), Landesbeauftragter der GSV, im Gespräch mit Jürgen Reifig (r.), Hauptgeschäftsführer DAV. auch in den Pausendiskussionen klar: Im Gegensatz zur EU kann es beim Asphaltstraßenbau nur Lösungen geben, die gemeinsam getragen werden. • Eingefärbter Asphalt spielt heutzutage nicht nur in der Verkehrsführung (stärkt die Aufmerksamkeit auf Fahrspuren, Fußgängerüberwegen etc.), sondern auch als architektonischer und ästhetischer Sicht eine große Rolle. Anwendungen findet farbiger Asphalt z.B. auch in Sportstätten, Gartenanlagen, Innenräume und Parkflächen. Wir beraten Sie gerne. BPS BPS GmbH WWW.BPS-SALZKOTTEN.DE ASPHALT MUSS NICHT IMMER SCHWARZ Sein... Wir unterstützen Sie bei der Farbauswahl unserer Pigmente/ Pellets und helfen Ihnen bei der Rezepturentwicklung, sowie Wahl der variable Verpackung in gewünschten Gewichtseinheiten angepasst an Ihre Rezeptur, der Auswahl des Bindemittels und vieles mehr... staubfrei • hoch pigmentiert • leicht dosierbar ergiebige Qualitätsprodukte Fotos: DAV/hin Dipl. Btw. Ralf Schrewe Geseker Strasse 31 33154 Salzkotten Tel.: +49 (0) 52 58 / 99 15 15 Fax: +49 (0) 52 58 / 99 15 10 Mobil: +49 (0) 172 / 37 67 646 ralf.schrewe@bps-salzkotten.de www.bps-salzkotten.de Wir beraten Sie in anwendungs- und dosiertechnischer Frage. Gerne begleiten wir sie bei Ihrem gewünschten Bauvorhaben auch persönlich vor Ort. Kontaktieren Sie uns! Flexible Verpackung 5|2016

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