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as 05/16

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14 Schwerpunkt: H Al ABi

14 Schwerpunkt: H Al ABi neben einem hohen Verformungswiderstand, durch eine geringe Entmischungsneigung des Asphaltmischgutes sowie durch eine hohe Beständigkeit der daraus hergestellten Asphaltbinderschichten gegenüber eindringendem Wasser auszeichnen und deshalb eine lange Nutzungsdauer erwarten lassen. Die H Al ABi gibt Hinweise für die Planung und Ausführung von Asphaltbindern nach zwei grundsätzlich unterschiedlichen Konzepten (Abbildung 5): • Stetig gestufte Asphaltbinder nach dem Asphaltbetonprinzip • Asphaltbinder nach dem Splittmastixprinzip Der stetig gestufte Asphaltbinder AC B S SG (Abbildung 6) stellt im Prinzip die konsequente Weiterentwicklung der ZTV-Asphalt-Variante dar. Die Kornverteilungslinie zeigt sich durch weniger Grobkorn und bei gleichzeitiger Erhöhung des Anteils feiner Gesteinskörnung deutlich stetiger gestuft als die Standardvarianten der ZTV Asphalt-StB 07/13. Im Vergleich zum ZTV/TL-Asphalt-Binder wird das Asphaltmischgut standardmäßig mit bis zu 0,5 M.-% mehr Bindemittel und bevorzugt mit Kalksteinmehl als Füller hergestellt. Für die besonderen Anforderungen wird der stetig gestufte Asphaltbinder in der Regel mit einem hochviskosen polymermodifizierten Bitumen 10/40-65 A konzipiert. Die Asphaltbinder SMA B S (Abbildung 7) werden nach dem Splittmastixasphalt-Prinzip – mit entsprechender Ausfallkörnung – konzipiert. Durch den erhöhten Grobkornanteil ergibt sich ein in sich abgestütztes Gesteinskörnungsgemisch, bei dem die Hohlräume weitestgehend mit Asphaltmastix ausgefüllt sind. Im Vergleich mit dem ZTV/TL-Asphalt-Binder weist der SMA-Binder deutlich höhere Bindemittelgehalte (bis zu 1 M.-% mehr) und höhere Füllergehalte (mit Kalksteinmehl) auf. Damit die durch die Ausfallkörnung entstehenden Hohlräume homogen und dauerhaft mit dem Mörtel ausgefüllt werden können, ist der Einsatz von Bindemittelträgern (≥ 0,2 M-%) unverzichtbar. Die Kombination aus Füller, Bitumen und Bindemittelträgern führt im Vergleich zu einem Standardasphaltbinder zu einer deutlich erhöhten Mastixphase und folglich auch zu signifikant dickeren Bindemittelfilmen. Dieses Asphaltbinderkonzept wird in der Regel ebenfalls mit einem hochviskosen polymermodifizierten Bitumen 10/40-65 A hergestellt. Bei den Empfehlungen für Asphaltmischgut- und Schichteigenschaften der alternativen Asphaltbinderkonzepte zeigen sich stellenweise deutliche Abweichungen von den Anforderungen der TL Asphalt-StB 07/13. Bezogen auf das Asphaltmischgut werden der Hohlraumgehalt am Marshallprobekörper mit Vmin = 3,0 Vol.-% und Vmax = 4,0 Vol.-% deutlich enger gefasst und konkrete Richtwerte für die maximale proportionale Spurrinnentiefe gegeben. Im Gegensatz zu der ZTV Asphalt-StB 07/13 werden in der H Al ABi erstmals konkrete Anforderungen an den Hohlraumgehalt der fertigen Schicht gestellt. Die empfohlenen Bereiche für die Hohlraumgehalte liegen zwischen 1,5 Vol.-% und 6,0 Vol.-% für den AC B S SG und zwischen 1,5 Vol.-% und 5,5 Vol.-% für den SMA B S. ++ = sehr gut geeignet + = gut geeignet O = bedingt geeignet – = nicht geeignet (1) witterungsabhängig (trocken/feucht) Tab. 2: Mögliche Anwendungsgebiete für Asphaltbinderkonzepte („S-Binder“) Anwendungsgebiete Zweckmäßige Viele Lastwechsel, „Geradeaus- Fahrten“, hoher SV-Anteil Sonderbelastungen durch hohe Schub- und Scherbeanspruchung und/oder statische Lasten Anwendungsbeispiels Autobahn/ Bundesstraßen Kreisverkehre, Kreuzungen, Kurven mit engen Radien, Busbuchten etc. Asphaltbinderkonzept („S-Binder“) TL/ZTV Asphalt- StB 07/13 H Al ABi AC B S SMA B S AC B S SG + ++ + O + ++ PA O ++ + SMA LA O ++ + Lärmtechnisch optimierte Beläge PMA O + ++ AC D LOA O + ++ DSV-H O + ++ Gussasphalt +/0 (1) ++ +/0 (1) 5|2016

Schwerpunkt: H Al ABi 15 Abbildung 3: Theoretisch möglicher Hohlraumgehalt einer fertigen Asphaltbinderschicht Die Tabelle 1 zeigt die bisher von der Ingenieurgesellschaft PTM Dortmund mbH im Rahmen von Kontrollprüfungen gesammelten Daten von alternativen Asphaltbinderschichten hinsichtlich des Hohlraumgehalts der fertigen Schicht. Anhand der bisherigen Erkenntnisse kann konstatiert werden, dass die Prozesssicherheit zum zielsicheren Erreichen des Hohlraumgehaltes bei beiden alternativen Asphaltbinderschichten gegeben ist. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse lassen sich nach den H Al ABi die Eigenschaften der alternativen Asphaltbinderschichten folgendermaßen zusammenfassen: • Hohe Verformungsbeständigkeit trotz dichterer Konzeption • Verbesserte Ermüdungs- und Alterungsbeständigkeit durch dickere Bindemittelfilme • Keine Entmischungsneigung und gute Verdichtungseigenschaften, von daher hohe Prozesssicherheit • Gute Unterlage für alle Asphaltdeckschichten (besonders für hochstandfeste und lärmoptimierte Konzepte) • Temporäre Befahrbarkeit (dichte Oberfläche) • Geeignet für alle Belastungsklassen Anwendungsgebiete Asphaltbinderschichten nach den ZTV Asphalt-StB und den H Al ABi können grundsätzlich auf Verkehrsflächen aller Art angewendet werden. Identisch zu den „S-Belägen“ der ZTV Asphalt-StB sind die zweckmäßigen Einsatzgebiete der alternativen Asphaltbinder Straßen der Belastungsklassen Bk3,2 bis Bk100. Abbildung 5: Asphaltbindervarianten der H Al ABi, Ausgabe 2015 5|2016

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