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38 Technik

38 Technik Andreas Velten, Moba Mobile Automation: Die Behörden wollen keine ruinöse Transparenz. Sie schreiben die flächendeckende Temperaturmessung aus, um eine Verbesserung des Einbaus voranzubringen. Vorteil in die Zehntausende Euro. Zusätzlich entfallen die händischen Messungen der Mannschaft. Denn der Hauptvorteil der neuen Methode ist, dass die Konzentration der Facharbeiter mehr auf dem Einbauvorgang selbst liegt. Von der Fachbranche wurde diese wegweisende Innovation bereits honoriert: Die Jury des Branchenverbands Vdbum hat das Moba-Pave-TM-Schichtdickenmesssystem dieses Jahr in Willingen mit dem ersten Innovationspreis ausgezeichnet. Gleichmäßige Endverdichtung stärke kann verringert werden: Moba Pave-TM, das erste kontinuierliche Schichtdickenmesssystem, liefert eine millimetergenaue Messung und eine simultane Anzeige der aktuellen Einbaustärke. Pave-TM misst vor der Bohle auf den Untergrund und hinter der Bohle auf die eingebaute Asphaltschicht. Aus diesen beiden Messungen wird die exakte Schichtdicke ermittelt und kontinuierlich in Echtzeit der Bohlenmannschaft angezeigt. Beides – die Messung und die Anzeige – erfolgen auf jeder Seite der Bohle. Der wirtschaftliche Vorteil für Bauunternehmen ist durch die Reduzierung der Sicherheitsreserve enorm. Bei üblichen Einbauleistungen von 30.000 bis 100.000 t pro Fertiger geht der wirtschaftliche Den abschließenden Erfolg des Einbaus stellt die Endverdichtung sicher. Die Herausforderung für die Walzenfahrer ist, das eingebaute Material nur im richtigen Temperaturfenster und über die gesamte Einbaubreite gleichmäßig zu verdichten. Überverdichtung in der Mitte oder Unterverdichtung in den Randbereichen wären genauso fatal für den Baustellenerfolg wie Überfahrten bei zu kaltem oder zu warmem Mischgut. Natürlich sind die Walzenfahrer stolz auf ihren geübten, fachmännischen Blick. Andererseits zeigen die Erfahrungen und auch Auswertungen, dass zu viel und zu wenig Verdichtung durchaus Realität sind. Und spätestens wenn die Abnahmeprüfungen Schwächen aufzeigen, wird deutlich, dass Lösungen notwendig sind. Eine flächendeckende Verdichtungskontrolle (FDVK) ist nicht neu. Und viele neuere Walzen sind mit einer entsprechenden Technik ausgestattet. Entscheidend ist dabei die Vernetzung der Walzenkolonne, damit jeder Fahrer nicht nur seine eigene Verdichtungsleistung sieht, sondern die der ganzen Flotte – einschließlich der eigenen. Unabhängig von Hersteller, Typ oder Baujahr der Walze lassen sich auch gemischte Walzenkolonnen problemlos untereinander vernetzen. 3|2018

Technik 39 Die zweite Messung beim Pave-TM zur Ermittlung der Schichtdicke findet mit fünf Ultraschall-Sensoren je Sonic Ski Plus direkt hinter der Bohle statt. (Quelle: Moba) Mit Moba MCA-3000 bietet der Hersteller von Lösungen für Baumaschinen eine flächendeckende Verdichtungskontrolle für gemischte Walzenflotten. Es zeigt den Fahrern die Temperatur, die Anzahl der Überfahrten und die Steifigkeit des Materials an. Da die Verdichtung nicht bei der Überfahrt messbar ist, werden mit einem Sensor die Kräfte der Vibration ermittelt und in einem einheitslosen Wert als Steifigkeit angezeigt. Bildlich lässt sich das so vorstellen: Wenn man einen Hammer auf einen Amboss oder einen Käsekuchen fallen lässt, kommt es zu einer unterschiedlichen Reaktion des „zu verdichtenden“ Materials. Diesen Grundeffekt macht sich die Messung der Steifigkeit als ein Verdichtungsindikator zunutze. Die Anzeige des Verdichtungsfortschrittes erfolgt in Echtzeit, wobei jeder Fahrer der Walzenkolonne die zweigeteilte grafische Anzeige des Systems frei konfigurieren und sich so individuell verschiedene Verdichtungsparameter anzeigen lassen kann. Das System vernetzt alle Walzen einer Kolonne – unabhängig vom Hersteller, Typ oder Baujahr der Walze. Auch gemischte Walzenkolonnen werden problemlos kombiniert und im System angezeigt. Für höchste Zuverlässigkeit bei der Vernetzung, unabhängig von der Mobilnetzqualität, benutzt das Verdichtungskontrollsystem dabei ein eigenes, lokales Netzwerk. Auch bei MCA-3000 sind die angezeigten Messergebnisse nicht flüchtig: Alle ermittelten Daten werden gespeichert und stehen dem Bauunternehmer so später für eine Analyse der geleisteten Verdichtungsarbeit und einen fundierten Qualitätsnachweis zur Verfügung. Der nächste Schritt im Asphalteinbau ist heute schon real. Assistenz- und Steuerungssysteme bieten wertvolle Messergebnisse bereits während des Einbauprozesses. Damit weiß die Mannschaft am Fertiger endlich ganz genau, was tatsächlich gerade passiert, und kann sofort reagieren. So werden verlässlich Risiken minimiert und der wirtschaftliche Erfolg der Baustelle sichergestellt. Neben den Bauunternehmen haben auch Einbaudienstleister die Chancen in diesem Fortschritt erkannt. Die Stüve Straßenbau GmbH setzte zwei Big Sonic-Ski®, die Schichtdickenmessung PAVE-TM und die Temperaturmessung PAVE-IR von der MOBA Mobile Automation aus Limburg ein. „Ein so ausgerüsteter Fertiger ist etwas Besonderes in Deutschland. Für uns als Dienstleister ist es wichtig, im Straßenbau ganz vorne mit dabei zu sein. Die Erfahrung unserer Mannschaft ist bisher unser Vorteil im Markt. Nun können wir unseren Kunden auch technologisch die Spitze des Machbaren anbieten. Die so entscheidende Ebenheit wird automatisch gesteuert und die Asphalttemperatur sowie die wirtschaftlich so wichtige Schichtdicke werden im Einbauprozess jederzeit angezeigt“, führt Burkhard Stüve, Geschäftsführer des Familienunternehmens aus Bad Berleburg, aus. • 8079 Smartes Handling mit der S.KI Control App: Mehr Komfort und Sicherheit für Fahrer und Fahrzeug. Hitze.Stabil. Die Sattelkipper S.KI 7.2 LIGHT mit Thermo-Vollisolierung für Stahl-Rundmulde oder für Aluminium-Kastenmulde. Mehr Info: www.cargobull.com 3|2018