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as 03/18

34 Technik Ammann

34 Technik Ammann Vernetzte Flottenkontrolle Mit einem Tool macht Ammann seit Jahresbeginn die Optimierung von Wartung sowie von Flottensteuerung und Vermietungen möglich: ServiceLink bietet handliche digitale Kontrolle der zentralen Maschinendaten bei den Verdichtern der Baureihen APR, APH und ARW. Informationen zum Batteriestatus sowie Einsatz-, Wartungsintervalle und Dokumentationen sind damit über die frei verfügbare Ammann-Service-App oder das Service-Portal abrufbar. links: ServiceLink gibt Maschinendaten wie Batteriestatus über die Ammann-Service-App aus – für eine vereinfachte Flottenkontrolle rechts: Auch das Ammann-Service-Portal bietet bequem und übersichtlich Zugriff auf die Maschinendaten der kleineren Verdichter via ServiceLink. (Quelle: Ammann) ServiceLink ist ein Hardware-Upgrade in Form eines Relais, das seit Januar 2018 in alle batteriebetriebenen Verdichter des Baumaschinenherstellers Ammann integriert wird. Es bringt dem Benutzer der Verdichter eine vereinfachte digitale Kontrolle der Maschinendaten wie Batteriestatus, Einsatz- und Wartungszeiten. Niedrige Batteriestände werden früh erkannt und Ladevorgänge können dem Betriebsablauf angepasst werden, sodass durch Nachladen oder teure Batteriewechsel bedingte Ausfallzeiten erspart bleiben. Gerade bei größeren Flotten und in der Vermietung ist dies eine spürbare Erleichterung. Ersatzteile kann ein Techniker auf der Maschine vor Ort als fehlend markieren – beim nächsten Verwenden der App sind die Infos automatisch überall verfügbar. Für die Planung von Baustellenvorgängen und bei der Flottenverwaltung stehen in der App die gespeicherten Daten zum Beispiel in Form eines Betriebsstundenzählers zur Verfügung. Auch Wartungsintervalle sind frühzeitig und optimal planbar. Das System informiert den Händler oder den Benutzer via E-Mail darüber, dass der Service für die Maschine ansteht oder die Batteriespannung ein kritisches Maß erreicht hat. Ein Kontrolltermin vor Ort ist nicht notwendig. Nach erfolgter Wartung wird automatisch das nächste Wartungsintervall angezeigt. Dabei bemisst sich der Zeithorizont der nächsten Wartung entweder nach Erreichen der erforderlichen Betriebsstunden oder des Zeitintervalls. Auf der Maschine gespeicherte Informationen zeigen natürlich auch bereits durchgeführte Maßnahmen/Serviceeinsätze an. UVV-Prüfungen können von der Zentrale eingeplant werden. Die Information über eine anstehende UVV kann dann an die Maschine gesendet werden. Der Techniker vor Ort liest die Daten aus und kann mit den notwendigen Arbeiten beginnen. Flottenverwaltung Die eigene Flottenverwaltung oder Vermietung wird übersichtlich. Die Speicherung von Starts und Betriebszeiten ermöglicht eine Abrechnung mit dem Kunden oder Mieter. In der Ammann-Service- App ist der Maschinenpark mit aktuellsten Informationen aufgelistet. Mehrere Arbeitsschritte entfallen: Da der Maschinenstatus wie auch Das ServiceLink-Relais ist ab 2018 Standard bei Verdichtern der Reihe APR, APH und ARW, kann aber auch nachgerüstet werden. die Wartungshistorie auf der Maschine gespeichert und von Mobilgeräten und Service-Portal am Desktop eingesehen werden, sind Einsatzzeiten schnell zur Hand. Hier lässt sich nachverfolgen, ob Wartungen regelmäßig durchgeführt wurden. Beim Leasing kann am Ende auf der Basis dieser Daten zum Beispiel die Abrechnung der Gesamtbetriebsstunden erfolgen. Die gesammelten Informationen werden dann über die für Android und iOS erhältliche Ammann Service-App und das Ammann-Service-Portal dem Benutzer zur Verfügung gestellt. Das ServiceLink-Relais wird seit Anfang 2018 standardmäßig und weltweit in alle neuen Verdichter mit E-Starter eingebaut. ServiceLink lässt sich genauso bei älteren Maschinen sowie bei Fremdprodukten bis zu einer Batteriespannung von 30 V nachrüsten. Der Einbau ist bei neuen Maschinen im Preis inbegriffen, bei der Nachrüstung fällt eine Gebühr an. Der Baumaschinenhersteller Ammann bietet mit dem System ServiceLink als erster Anbieter für den Endkunden einen digitalen Zugang zu den Maschinen der Kategorie leichtere Verdichter. Für schwerere Verdichter ist die Integration zu einem späteren Zeitpunkt geplant. Kontakt: www.ammann-group.com 3|2018

Technik 35 Praxis EDV Papierlose Zulieferindustrie des Straßenund Verkehrswegebaus Gehört dem digitalen Lieferschein die Zukunft in der Zulieferindustrie des Straßen- und Verkehrswegebaus? Bereits vor fünf Jahren stellte die Praxis EDV-Betriebswirtschaft- und Software- Entwicklung AG die Entwicklung des digitalen Lieferscheins mit digitaler Unterschrift vor. Bei über 1.500 Produktionswerken, die Praxis heute mit digitaler Unterschrift in Deutschland ausgestattet hat, werden bereits Lieferscheinausdrucke in einer 6-stelligen Anzahl eingespart. Das papierlose Büro spart Zeit und Geld (Quelle: Praxis EDV) Heute, 5 Jahre später, ist der Ein-Blatt-Lieferschein technisch umgesetzt und seit Jahren im Einsatz. Wir sprachen mit Uwe Wirth, Geschäftsführer bei Praxis EDV, über den digitalen Lieferschein. asphalt: Herr Wirth, ist das traditionelle Dokumentenmanagement am Ende seiner Zeit angekommen und „verzettelt“ sich zusehends? Wirth: Die „Zettelwirtschaft“ beginnt, noch bevor das Schüttgut auf der Straße ist. Angebote werden oft von Kunden telefonisch eingeholt und Preise telefonisch durchgegeben. Es wird oftmals ein Angebot, jedoch ein Auftrag nur manchmal oder gar nicht erstellt. Das Angebot wird per Mail an den Kunden versendet. Zur Auftragsbestätigung kommt es in den meisten Fällen nicht, da der Lkw oft schon am nächsten Tag auf der Fahrzeugwaage steht, um Material für eine Baustelle zu holen. Das verladende Unternehmen erstellt einen Lieferschein – üblicherweise oft in bis zu 4-facher Ausfertigung. Nach der Entladung auf der Baustelle oder im Mischwerk erhält der Fahrer den Lieferschein unterschrieben zurück. Einen Lieferschein erhält der Spediteur für seine Unterlagen als Frachtschein. Eine Ausfertigung des Lieferscheins bleibt an der Entladestelle mit Unterschrift des Verladers (Werk) und des Fahrers. Dieser Lieferschein wird beim Kunden, wiederum händisch, in die eigene Bau-Softwarelösung erfasst oder landet in einer Excel-Liste für die Massenermittlung. Wir fragen nach – Was passiert nun mit diesen einzelnen Lieferscheinen beim Verlader (Werk), Spediteur und Kunden? Wirth: Richtig, jeder arbeitet seinen erhaltenen Papierlieferschein mehr oder weniger manuell weiter ab. Oft werden die Lieferscheine heute eingescannt, um sie in ein Archiv zu bringen oder sie als PDF-Datei in einem Verzeichnis abzulegen. Alle Beteiligten ordnen die Belege in den eigenen Papiervorlagen ihren internen Auftrag zu und bewahren die Rechnungen mit den anhängenden Unterlagen gesetzeskonform zehn Jahre lang in ihrem Archiv auf. Der digitale Lieferschein, der Ein-Blatt Lieferschein, die Unternehmens-Cloud – das alles spart also viel Zeit? Wirth: Im papierlosen Dokumentenmanagement von dem digitalen Lieferschein und dem digitalen Belegwesen und der Unternehmens-Cloud Bau-Else/Beton-Else kann auf die gesamte Papierwirtschaft verzichtet werden. Alle relevanten Papiere werden digital als elektronisches Dokument geführt. Dies ermöglicht es, schon bei der Auftragsbuchung Zeit, sehr viel Zeit bei allen Beteiligten zu sparen. Angebote, Aufträge, Lieferscheine, Rechnungen und Speditionsabrechnungen müssen nicht mehr per Fax, per Mail oder gar per Brief versendet werden, sondern können vom Empfänger per Knopfdruck verbucht werden. Der Frachtführer kann den Auftrag per Knopfdruck auf den Fahrer in das Fahrzeug disponieren. Dieser erhält alle auftrags- und lieferscheinrelevanten Details auf sein Smartphone, auf sein TomTom oder auf sein Pad. Digitaler Belegfluss ermöglicht also den Echtzeit-Informationsfluss? Wirth: Ja, denn über ein digitales Transportjournal sind Verlader (Werk), Spediteur, Frachtführer und Bauleiter stets über den aktuellen Status des Transports informiert, ohne Papier hin- und herschicken zu müssen. Alle Transportdokumente, inkl. Anmerkungen über Wartezeiten, Besonderheiten auf der Baustelle, sind online einsehbar. An den Verladestellen werden die Entladezeiten sowie die Materialübergabe per digitaler Unterschrift bestätigt. Der Transport wird durchgängig für alle Beteiligten transparent. Telefonate, die oft notwendig sind, werden vollkommen überflüssig. Wurde die Entladung bestätigt, erfahren Verlader (Werk) und Spediteur von der Auslieferung in Echtzeit. Der gesamte Abrechnungsfluss gegenüber dem Spediteur, gegenüber dem Kunden kann nun ohne Verzögerung erstellt und dem Kunden und Spediteur digital zugestellt werden. • FAKTEN Rechtliche Bedingungen: digital gleich analog Bei innerdeutschem Verkehr ist nach HGB § 408 Absatz 3 ein elektronischer Lieferschein (Frachtschein) dem anlogen Lieferschein (Frachtschein) gleichgestellt. Wer ein papierloses Dokumentenmanagement nutzt, muss keinen ausgedruckten Lieferschein (Frachtschein) mitführen. Dies gilt allerdings nicht im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr. 3|2018