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30 Technik Die Halfpipe-Mulden zeigen mit horizontalen Bordwandsicken ein neues Profil. Meiller Neue Kippsattelanhänger aus München Der Kipperhersteller Meiller positioniert sich im Segment der gewichtsoptimierten Kippauflieger neu. Die Rundum-Neukonstruktion der Baureihe 44 Light macht Eigengewichte von bis zu 4.360 kg möglich. Der Trend geht zu Kippsattelfahrzeugen in der Bauwirtschaft, die heute mit Nachdruck mehr Nutzlast verlangt. Sattelkipper sind erste Wahl, wenn der Schüttguttransporteur hohe Produktivität erwartet. Nur ein Ladungsgefäß und weniger Bauteile, mehr Volumen und Nutzlast, Sattelfahrzeuge sind wendig und einfach zu handhaben. Sie transportieren Baustoffe, Zuschlagsstoffe oder heißen Asphalt thermoisoliert für den Straßenbau. Man spricht in der Baubranche schon seit Jahren von der magischen Zahl „5.000“ und meint dabei das Eigengewicht der Sattelkipper. Meist geht es um ein bisschen mehr, um auf der sicheren Seite zu bleiben. Und jetzt geht Meiller mit der Ziffer „4.360“ kg in die Offensive. Der Hersteller aus München kombiniert mit der Baureihe 44 Light jetzt die Solidität seiner Produkte mit höchster Transporteffizienz. Die gewichtsoptimierten Typen von Meiller zielen auf den Onroad-Betrieb und auf Ladungen mit normalem Schüttgut und kleiner Gesteinsgröße ab. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen heute über ein modulares Baukastensystem mit optimierter Nutzlast. Daraus lassen sich Kippsattelfahrzeuge für ein breites Aufgabenspektrum konfigurieren. Man erkennt die neuen Meiller-Fahrzeuge auch gleich auf den ersten Blick: Ihre Halfpipe-Mulden zeigen mit horizontalen Bordwandsicken neues Profil. Dabei erhalten die profilierten Seitenwände trotz reduzierter Wandstärken mehr Steifigkeit und Formbeständigkeit. Rahmen als Basis Die solide Basis für alle Light-Kipper von Meiller bildet ein neuer Fahrwerkrahmen. Berechnet nach dem FEM-Verfahren (= Finite-Elemente- Methode) und verifiziert durch gezielte Fahrversuche, spart der Leiterrahmen gezielt 320 kg Eigengewicht, ohne bei der Stabilität nachzulassen. Mit vergleichsweise niedrigeren Längsträgern, abgesenkten Querträgern und optimierter Gegenplatte – wo Anbauteile montiert werden, werden die Längsträger versteift. Wo nur möglich, reduzieren zusätzliche Bohrungen das Gewicht. Keine Kompromisse werden hingegen bei der Kippstabilität und den Fahreigenschaften eingegangen. Peter Hammers, verantwortlich für diese Entwicklung, spricht von ausgiebigen Tests: „Unser Prüfsystem ist viel härter, solche extremen Prozeduren kennen Kippsattelfahrzeuge in der Praxis nicht.“ 3|2018

Technik 31 Eckanbindungen und Aussteifungen Gewicht wird natürlich auch bei den Mulden gespart. Der Querschnitt der Meiller-Halfpipes ist bauchig und damit niedriger. Und weil die Seitenwände senkrechter stehen, kommen sie ohne Verzicht auf Stabilität mit reduzierten Wandstärken aus. Die beiden Seitenwände und das breite Bodenblech werden aus Stabilitätsgründen überlappend geschweißt. Neu sind die Eckanbindungen der Seitenwände zur Stirnwand: Sie dienen als „Zuganker“, wie Peter Hammers erklärt: „Sie lassen die Seitenwände beim Beladen atmen“, so wird einer Rissbildung vorgebeugt. Außerdem erhält die Stirnwand mit gezielten Aussteifungen innen an den Ecken und außen mittig mehr Stabilität. Seitenwände und Böden Die höchste Nutzlast bietet der Light-Kippsattel vom Typ LHPA 44-3 mit einer Aluminium-Halfpipe, die Meiller in der Grundausstattung mit 7-mm-Boden und 5-mm-Seitenwänden ausrüstet. Der Käufer kann sich auch für eine Kastenmulde aus dem Leichtmetall entscheiden – oder für eine gewichtsoptimierte Halbrundmulde aus Stahl. Hier verschlankt man bei Meiller die Seitenwände und Böden, auf Wunsch auf bis zu 3 mm die Seitenwände und 4 mm den Boden. Optional können die besonders beanspruchten Zonen im Heck mit sogenannten „tailored blanks“ oder maßgeschneiderten Blechen gegen abrasiven Verschleiß verstärkt werden. Grundsätzlich setzt Meiller hier auf hoch verschleißfesten Feinkornstahl der Güte VS 120. Einige Neuerungen sind auch im Bereich der Rückwand zu finden. Ihre neue Doppelgelenk-Lagerung fällt noch robuster aus als bisher, Sperrnasen verhindern während der Fahrt ein Springen der Wand. Der neue mechanische Verschluss, etwas leichter und dennoch haltbarer als bisher, wurde weiter nach außen versetzt. Er öffnet bereits bei drei Grad Kippwinkel und trägt damit zur hohen Kippstabilität bei. Auch an die Brückenlagerung wurde Hand angelegt. Die vereinfachte schraubbare Konstruktion spart Gewicht, ohne die hohen Sicherheitsreserven zu beeinträchtigen. Die nitrierten Lagerbuchsen der Kipperwelle sind mit gewendelten Schmiernuten versehen, die für eine stets ausreichende Fettverteilung sorgen. Ebenfalls neu: Die neuen Meiller-Mulden liegen jetzt vollflächig am Rahmen auf, so halten sich die Verformungskräfte bei voller Beladung in engen Grenzen. Und bei Leerfahrten neigt das Ladegefäß weitaus weniger zum Dröhnen. Auf die Details kommt es an Gewicht spart Meiller auch bei den Achsen. Zum Einsatz kommen wahlweise gewichtsoptimierte Achsen von BPW oder SAF-Holland. Bei BPW spart man mit einer geschmiedeten Aluminium-Nabe bis zu 18 Kilo pro Achse, bei der etwas leichteren SAF-Achse schützt man mit einem integralen Funktionslenker Bremszylinder und Stoßdämpfer. Grundsätzlich muss der Kunde seine gewünschten Anbauteile im Blick behalten. Meiller verweist hier auf eine gründliche Einsatzanalyse: Braucht man den Bedienstand, dürfen es Leichtmetallräder und Alu-Stützen sein? Auch feine Details wie die fest parallel zur Stirnwand montierte Klappleiter sparen Gewicht – sie ist UVV-konform (= Unfall-Verhütungsvorschriften) und ersetzt den Bedienstand. Geht es um Effizienzsteigerung, dann dürfen die Schnellsenkeinrichtung der Kipphydraulik und die elektrische Schiebeplane nicht fehlen. Beide Komponenten sparen Zeit, und die nicht zu knapp. Elektromotorisches Öffnen und Schließen der Plane reduzieren Der Kipperhersteller Meiller positioniert sich im Segment der gewichtsoptimierten Kippauflieger neu. (Quelle: Meiller) zudem die Unfallgefahr fürs Personal. Wer den Zeitvorteil konsequent nutzt und immer mit geschlossenen Mulden fährt, verbessert die Aerodynamik des Fahrzeugs und reduziert den Kraftstoffverbrauch. Die elektrische Schiebeplane empfiehlt sich beim Asphalttransport, aber auch Thermomulden profitieren von der neuen Light-Generation von Meiller. Der Münchner Hersteller bietet jetzt auch leichte Aluminium-Mulden mit Thermoisolierung an. Sie besteht aus einem hydrophoben Isolierwerkstoff, der Feuchtigkeit und Temperaturen von 200 °C verträgt. Kältebrücken werden systematisch eliminiert, die Isolierschicht wird durch eine solide, sorgfältig abgedichtete Edelstahl-Abdeckung geschützt. • Verband Europäischer Straßenfräsunternehmungen e. V. Europäische Fräsdienstleister aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Benelux­Staaten, Großbritannien, Italien, Frankreich und Norwegen sowie Maschinenhersteller und Hersteller spezifischer Verschleißteile haben sich im VESF e. V. organisiert. Der Verband • ist die Plattform für regelmäßigen Erfahrungsaus­stausch in der Fräsbranche • organisiert Fachvorträge und ­tagungen • vertritt die Interessen der Fräsunternehmer bei nationalen sowie internationalen Behörden und Gremien. VESF e. V. Ringstraße 21 56651 Niederdürenbach Deutschland Hier treffen Sie uns: Herbsttagung 2018 des VESF vom 15. ­ 17. November 2018 in Paris, Frankreich Telefon: +49 2636 94 19 118 Fax: +49 2636 94 19 040 E­Mail: info@vesf­ev.com Internet: www.vesf­ev.com 3|2018