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46 Vor Ort

46 Vor Ort VDBUM-Großseminar „Wir müssen den jungen Menschen einen Blumenstrauß an Leistungen bieten“ In der bereits 48. Auflage fand vom 19. bis 22. Februar das VDBUM-Seminar im Sauerlandsternhotel in Willingen statt. Dieses Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „Innovation durch Motivation“. Schwerpunktpartner waren Zeppelin, Bauer Schrobenhausen, Total und Wolff Kran. Die Veranstaltung des Verbandes der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) konnte auf dem Seminar 2019 rund 1.200 Teilnehmer begrüßen. Die angegliederte Fachausstellung hatte mit 106 Ausstellern eine neue Rekordmarke gesetzt. Die äußeren Rahmenbedingungen waren also perfekt für eine spannende Tagung. Wie schon in den vergangenen Jahren hatten Firmen auch dieses Jahr wieder die Gelegenheit, sogenannte „Patenschaften“ zu übernehmen. Die ursprünglich mit zehn Studenten gestartete Initiative gibt Studierenden und Meisterschülern für sie kostenfrei die Möglichkeit, an dem VDBUM-Seminar teilzunehmen. Aber es geht bei den Patenschaften nicht nur um das Finanzielle, wie Prof. Dr.-Ing. Jan Scholten, Mitglied des VDBUM-Vorstandes, erläutert: „Wie lassen die jungen Menschen auch hier auf dem Seminar nicht alleine, sondern bieten Führungen durch die Ausstellung an und besuchen gemeinsam die Veranstaltungen.“ Mit 50 Studenten und 24 Meisterschülern, betreut durch zwölf Firmen, konnte der VDBUM einen neuen Teilnehmerrekord am Patenprogramm vermelden. 01 Prognose und Nachwuchssorgen Gleich zu Beginn des 48. Seminars wurde die existenzielle Frage nach der Fach- und Nachwuchskräftesicherung gestellt. „Fachkräfte – Garanten für Innovationen, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum“ lautete entsprechend das Thema der Podiumsdiskussion vom ersten Tag. Es diskutierten Friedrich Duensing, Geschäftsführer der Friedrich Duensing GmbH, Jakob Mertens, der gerade eine Lehre als Land- und Baumaschinenmechatroniker abgeschlossen hat, Michael Ziegler, Director Human Resources bei Total, Michael Heidemann, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung bei Zeppelin, und Peter Guttenberger, VDBUM-Vorstandssprecher. Duensing berichtete zunächst davon, dass sein Unternehmen bereits auf Schüler zugehe, um sie für eine Ausbildung im Baubereich zu interessieren. „Außerdem akquirieren wir ganz aktiv unter den Flüchtlingen, um unseren Personalbedarf decken zu können“, so der Geschäftsführer. Dafür investiert sein Unternehmen auch Geld, indem es die neuen Mitarbeiter aus dem Ausland bis zu drei Monate etwa in sprachlichen Dingen schult. Ziegler unterstrich diese Äußerung und zeigte auf, dass auch Bewerbungsgespräche heutzutage anders ablaufen als noch vor einigen Jahren, denn die Bewerber interessieren sich für ganz andere Dinge, wie beispielsweise eine stringente Work-Life-Ballance. „Wir werden uns in einigen Bereichen noch sehr ändern müssen, etwa bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit“, so Ziegler. 03 Heinemann beklagte vor allem, dass sich die Branche in den letzten Jahren selbest schlechtgeredet habe und es daher kein Wunder sei, wenn nun die guten Bewerber fehlen würden. Er brachte dann auch die Ideenschmiede von Zeppelin „Z Lap“ in die Diskussion ein und unterstrich deren Bedeutung. „Mit Z Lab haben sie noch nicht einen neuen Baggerführer akquiriert“, konterte Guttenberger. 2|2019

Vor Ort 47 Bild 01 Bild 02 Bild 03 Bild 04 Das VDBUM-Seminar bot wieder ausreichend Gelegenheit zum Netzwerken. Peter Guttenberger informiert sich über die eingereichten Arbeiten zum VDBUM-Förderpreis. Eine spannende Podiumsdiskussion hatte die Nachwuchskräftesicherung zum Thema. Die angegliederte Fachausstellung hatte mit 106 Ausstellern eine neue Rekordmarke. (Quelle: VDBUM) 02 Wagener Hydraulikteile, die Firma Bergmann Maschinenbau, das Unternehmen Naturspeicher GmbH sowie das Teilinstitut Mobima des KIT Karlsruher Institut für Technologie. Der in der Branche einzigartige Preis wird in den drei Kategorien „Innovationen aus der Praxis“, „Entwicklungen aus der Industrie“ und „Projekte aus Hochschulen und Universitäten“ vergeben und spricht in gleicher Weise Studenten, Jungakademiker, Auszubildende und erfahrene Praktiker mit innovativen Ideen an. Die Neuerungen sollen darauf abzielen, den Einsatz von Baumaschinen und Komponenten wirtschaftlicher zu machen oder Bauverfahren zu optimieren, um so den Nutzen für die Anwender zu erhöhen. Dotiert ist der Preis mit jeweils 2.500 Euro. Eine achtköpfige Jury, besetzt mit praxisnahen Anwendern, Herstellern und Wissenschaftlern, wertet die Einsendungen der Unternehmen und Hochschulen aus und schlägt sie zur Preisverleihung vor. Die Gewinner hatten auf einer Abendveranstaltung Gelegenheit, ihre Arbeiten vor einem großen Fachpublikum zu präsentieren. Aber auch alle anderen teilnehmenden Arbeiten wurden angemessen gewürdigt. Sie wurden beim Großseminar im Foyer des Kongresszentrums auf Roll-ups ausführlich vorgestellt. • 04 Dennoch liege in der Digitalisierung eine große Chance, um neue Bewerbergruppen ansprechen zu können. Da waren sich alle Diskutanten einig. Auf der anderen Seite berge dies zunehmend die Gefahr, dass die Maschinen auf der Baustelle zu kompliziert werden und so eine Hemmschwelle für den Eintritt in den Bauberuf darstellten. „Wir müssen den jungen Menschen einen Blumenstrauß an Leistungen bieten. Ziel muss es sein, dass jeder Mitarbeiter emotional bei uns landet“, formulierte Duensing abschließend sein Erfolgsrezept. Das VOLL-TOLL SORTIMENT Pfiffige Ideen für die Branche Der Ideenwettbewerb zum VDBUM-Förderpreis soll den technischen Fortschritt in der Baubranche fördern. Auf dem diesjährigen Großseminar wurde der Preis zum siebten Mal verliehen, was aber nicht bedeutet, dass der Preis ein Selbstläufer innerhalb der Veranstaltung ist, wie Dirk Bennje, Mitglied des VDBUM-Vorstandes, deutlich macht: „Wir fragen uns jedes Jahr aufs Neue: ist dieser Preis noch zeitgemäß? Erreichen wir mit ihm noch die richtigen Menschen? Ganz klar: 2019 muss die Frage mit ,ja‘ beantwortet werden.“ Die mehr als 30 Einreichungen, von denen 26 für die Bewertung zugelassen wurden, gibt dem Verband recht. Eine Besonderheit: In diesem Jahr wurden in der Kategorie „Entwicklungen aus der Industrie“ aufgrund exakt gleicher Punktezahl bei der Bewertung zwei Einreichungen ausgezeichnet. Preisträger 2019 sind die Firma Ernst Freigelände FN 827/1 2|2019 Mehr erfahren: langendorf.de/volltoll 08000 9 25 87 67